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Inhalt:

 

 

Zeichen auf dem Weg

 

Ein Mann schickte seine beiden Söhne Tambu und Rafiki hinaus, um sich in den Dörfern umzusehen. Sein Auftrag: "Hinterlasst Zeichen auf euerem Weg!" Die beiden Söhne machten sich auf den Weg.
Nach wenigen Schritten schon begann Tambu Zeichen zu machen. Er knüpfte einen Knoten in ein hohes Grasbüschel, dann ging er ein Stück weiter und knickte einen Zweig an einem Busch. Dann knüpfte er wieder einen Knoten ins Grasbüschel. So war der ganze Weg, den er ging, voll Zeichen. Aber er zog sich von allen Menschen zurück und sprach mit niemandem.

Ganz anders verhielt sich sein Bruder Rafiki. Er machte keine Zeichen am Weg.  Aber im ersten Dorf setzte er sich zu den Männern im großen Palaverhaus, hörte zu, aß und trank mit ihnen und erzählte aus seinem Leben 
Im nächsten Dorf schloss Rafiki Kontakt mit einem Jungen, der ihn in seine Familie mitnahm und in die Dorfgemeinschaft einführte. 
Im dritten Dorf bekam Rafiki von einem Mädchen bei sengenden Hitze einen kühlen Trunk angeboten und durfte das Dorffest mitfeiern.

Tambu bekam von alledem nichts mit; er hatte Arbeit mit seinen Grasbüscheln und geknickten Zweigen.

Als die beiden Brüder nach ihrer Heimkehr dem Vater von ihren Erlebnissen erzählten, machte er sich mit ihnen auf den Weg.

Überall wurde Rafiki mit seinem Vater herzlich aufgenommen, Tambu aber kannte kein Mensch.

"Ich verstehe nicht, warum mich keiner kennt", sagte Tambu "alle sind zu Rafiki freundlich, der nichts anderes als geschaut und unnützes Zeug gesprochen und so die Zeit vertan hat. Kein einziges Grasbüschel hat er geknüpft und wird von allen gekannt und geehrt.
Da sagte sein Vater: "Es gibt noch andere Zeichen als Grasbüschel, mein Kind: Das sind Zeichen, die ein Mensch in den Herzen anderer Menschen hinterlässt, wenn er zu ihnen geht, mit ihnen spricht und ihnen seine Freundschaft zeigt. Solche Zeichen in den Herzen der Menschen bleiben, wenn die Grasbüschel längst von Tieren gefressen oder vom Wind weggetragen sind."

Da sagte Tambu: "Ich will auch lernen, solche Zeichen auf meinem Weg zu hinterlassen, wie Rafiki."

                           afrikanische Erzählung 

siehe auch:     Neu05.08.03    Newsletter Nr.36     Weg -e -weiser 

 

 

Der Fischer und der Tourist

 

In einem Hafen liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst.

Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Film in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotographieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: Klick. Und da alle guten Dinge drei sind und sicherer sicherer ist, ein drittes Mal: klick.
Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach einer Zigarettenschachtel angelt .....

"Sie werden heute einen guten Fang machen."

Kopfschütteln des Fischers.

"Aber man hat mir gesagt, dass das Wetter günstig ist."

Kopfnicken des Fischers.

"Sie werden also nicht ausfahren?"

Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen .....

"Ich will mich ja nicht in Ihre persönliche Angelegenheiten mischen", sagt der Tourist zum Fischer, "aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht ein viertes Mal aus und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen. Stellen Sie sich das mal vor!"

Der Fischer nickt.

"Und wenn Sie", fährt der Tourist fort, "nicht nur heute oder morgen, sondern an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren - wissen Sie, was geschehen würde?"

Der Fischer schüttelt den Kopf.

"Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, und damit würden Sie natürlich viel mehr fangen. Eines Tages würden Sie dann zwei Kutter haben, Sie würden ...", die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, "Sie würden ein Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rumfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren - und dann ...", wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache.
Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen.
"Und dann", sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache. 

Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat.
"Was dann?" fragt er leise.

"Dann", sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, "dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen - und auf das herrliche Meer blicken."

"Aber das tu' ich ja schon jetzt", sagt der Fischer, "ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört."

                     Heinrich Böll: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral - gekürzt 

siehe auch:     Neu05.08.03    Newsletter Nr.36   

 

 

Der Hühneradler

 

Ein Mann fand ein Adlerei und legte es in das Nest einer gewöhnlichen Henne.

Der kleine Adler schlüpfte mit den Küken aus und wuchs zusammen mit ihnen auf.
 
Sein ganzes Leben lang benahm sich der Adler wie die Küken, weil er dachte, er sei ein Küken aus dem Hinterhof. Er kratzte in der Erde nach Würmern und Insekten. Er gluckte und gackerte. Und ab und zu hob er seine Flügel und flog ein Stück, genau wie die Küken. Schließlich hat ein Küken so zu fliegen, stimmt's? 

Jahre vergingen, und der Adler wurde sehr alt. 
Eines Tages sah er einen herrlichen Vogel hoch über sich im wolkenlosen Himmel. Hoheitsvoll schwebte er durch die heftigen Windströmungen, fast ohne mit seinen kräftigen goldenen Flügeln zu schlagen. 

Der alte Adler blickte ehrfürchtig empor. "Wer ist das?", fragte er seinen Nachbarn. "Das ist der Adler, der König der Lüfte", sagte der Nachbar. "Aber reg' dich nicht auf. Du und ich, wir sind von anderer Art." 

Also dachte der Adler nicht weiter an diesen Vogel. 
Er starb in dem Glauben, ein Küken im Hinterhof zu sein. 
 
                                                                         (Autor unbekannt)

siehe auch:     Newsletter Nr.57          MOSAIK / Ziele(2)-gefesselt 
Thema der Woche ab 20.02.11   (19.03.05)    Schockierend - oder? - Und was hat das mit dir oder auch mit mir zu tun? 


Thema der Woche ab 20.11.08
     "Zeichen auf dem Weg"  +  "Der Fischer und der Tourist"  +  "Der Hühneradler"
Kleinen Geschichten, die es in sich haben - und die nachdenklich stimmen! 

 

  Geschichten - Gesamtüberblick 

 

Texte unter "Z" Z-Fundgrube Zauberbogen Zeichen auf dem Weg
Zeit Ziele Ziel-Sätze Zitate 4 Zitate 5
Zitate 6 Zitate 7 Zufrieden Zuhören Zuständig
Zuversicht Zu zweit Zwang Zwiegespräche
Zwischenbilanz Zum Schluss   Z-Ende   

 

verstreute "Z"-Texte Zitate 1-3   und   Zitate 8 ff.  siehe:  Inhaltsverzeichnis
Zauberkünstler -> Zit. 37  Zukunft1 -> Jetzt.. Zukunft2 -> Zit.9   
 

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