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Tod

Stirb und werde - jeden Augenblick!

 

Wieder sitzen wir in einer Runde zusammen und sind im Laufe des Gesprächs auf das Thema Sicherheit und Festhalten gestoßen.

"Sicher ist nur eines", sagt Ludwig ironisch, "dass du sterben musst - und sonst gar nichts!"

"Sterben - also das Leben beenden? - Da möchte ich etwas dazu sagen!", melde ich mich.

"Nur zu!", mault mir Ludwig hinterher.

"Wenn ich so einen Ausspruch höre, spüre ich immer wieder den Anflug von unguten Gefühlen. Wie leicht kommt da Hoffnungslosigkeit auf: ‘Es ist ja sowieso alles vergebens! - Da kann ich mir gleich eine Kugel durch den Kopf jagen!’
Oder die Versuchung, ins Irreale zu flüchten: ‘Ich muss das Leben halt ertragen und aushalten! - Im Jenseits, wenn ich gestorben bin, dann wird mit der ewigen Glückseligkeit alles besser!’
Oder auch die Versuchung, für ständige Aktion, Ablenkung und Beschäftigung zu sorgen: z.B. mit Arbeit, Sexualität, Streit, Drogen, Sport usw.
Welch eine Tragik! - So wird das ‘Wunder Leben’ ins Gegenteil verkehrt, nämlich auf den Tod zu!
Der Weg dorthin wird dann vielfach als traurig, belastend und leidvoll empfunden."

"Da fällt mir ein Traum meines Meditationslehrers ein:" meldet sich Ludwig nachdenklich wieder zu Wort. 

">Gestern<, so erzählte er einmal in der Runde, >hat mir ein Schüler eine wunderschöne, große Kerze geschenkt. Sie ist handgemacht und besteht aus vielen verschiedenfarbigen Wachsschichten, die spiralförmig vom Sockel bis zum Docht verlaufen und sich dort treffen. - Ein kleines Wunderwerk!

Und heute nacht habe ich dann von einer Kerze geträumt:
Sie stellte sich mir als ‘Rosanna’ vor, ‘die Betonung bitte auf dem ..na‘, sagte sie. Nachdem wir kurze Zeit miteinander geplaudert hatten, wurde sie nachdenklich und sagt zu mir: ‘Mein Freund! Ich will für dich und die Menschen brennen, Licht und Helligkeit verschenken und zu guter Stimmung beitragen. Ich will es - weil es mich erfüllt! Doch - indem ich brenne, verbrenne ich auch. Irgendwann wird mein Wachs zu Ende und mein Docht abgebrannt sein. Bis dahin aber können wir eine schöne und intensive Zeit gestalten und genießen! - Doch du kannst mich auch nur auf den Tisch stellen, mich anschauen und bewundern, mich herzeigen und stolz auf deinen Besitz sein. Auch davon sprechen, dass du mich anzünden wirst, vielleicht irgendwann, wenn du mal Zeit hast und die Umstände günstig sind. Auch davon träumen, wie schön das dann sein wird. So werde ich dir erhalten bleiben. Auch das ist schön. - Doch du wirst die Wärme und das Glück des Brennens vermissen. Meine Farben werden verblassen und meine Oberfläche allmählich verstauben. - Wer weiß, vielleicht muss ich dann sogar unangezündet in den Abfall.

Mein Freund! - Du entscheidest! - Jeden Augenblick neu!
Warum ich so zu dir spreche? Ich bin die Kerze, das Licht, das du in dir trägst - das du bist, wenn du es entzündest! Ich möchte brennen - bevor du stirbst! Für mich - für dich - für die anderen Menschen und die Welt! - Ich möchte, dass du brennst - und Licht und Helligkeit spürst und verbreitest, während du lebst!’< "

"Ein schönes Bild!", nickt Barbara. "Es ist also die Aufgabe eines jeden, das Leben in der eigenen Art zu entfalten und zu leben - und zwar jetzt - mit Leidenschaft und Hingabe - und nicht nur von ‘Irgendwann’ zu träumen und es damit zu verschenken und vielleicht sogar zu versäumen!"

"Dass der Tod am Lebens-Ende, das Ende eines Lebens anzeigt, ist klar", mischt sich nun auch Susanne in das Gespräch ein, "doch - der Tod begleitet auch jeden Augenblick! Jeder Augenblick stirbt! Aus ihm wächst der nächste Augenblick. Meist achten wir nicht darauf und nehmen diesen Prozess, der Bewegung und Entwicklung ist, nur wenig wahr. Wir kümmern uns um alles andere, nur nicht darum!"

Barbara: "Erst wenn der Ärger groß ist, Schmerzen und Enttäuschungen, auch Fehler und Niederlagen drücken, kommen wir in Bewegung! Zunächst meist noch, um sie zu bekämpfen, ihnen zu entrinnen. Da ist der Schmerz - und schon meldet sich
der innere Hasenfuß und rät zum Davonlaufen.
oder der Zorn und die gekränkte Eitelkeit. Sie begehren auf und stacheln an zum Zurückschlagen oder Das-Gegenteil-machen.
oder ein Gefühle-Durcheinander. Es signalisiert Verwirrung und Unklarheit und bietet als Ausweg an, den Kopf in den Sand zu stecken und einfach so weiter zu machen mit ‘Es wird schon werden!’, ‘Es geht schon!’ oder auch ‘Es geht nicht anders!’

usw.".

"Das sehe ich auch so!", meldet sich wieder Ludwig. "Unzählige Versuchungen in dieser Richtung umschwärmen jeden von uns! - Sie behaupten: ‘Vertraue mir und ich nehme dir deine Sorgen ab, ich löse für dich alle deine Probleme!’ z.B. 

  Ärzte (mit Pillen und Patent-Rezepten), 
  Banken (mit Krediten), 
  Politik und Versicherungen (mit Versprechungen), 
  die Wirtschaft (mit ‘Wenn du das hast, fühlst du dich glücklicher!’), 
  Schulen und Ausbildungsstätten (mit Zertifikaten), 
  Sucht in jeder Form (Arbeit, Geld, Alkohol, Zigaretten, Drogen, Sport),
  die eigene Bequemlichkeit (mit ‘So geht es ohne große Anstrengung!’) 
  usw.

Ich sage nichts gegen diese Möglichkeiten, doch wenn sie von mir Besitz ergreifen und ich mich nicht mehr lösen und aktuell selbst bestimmen kann, dann entsteht Abhängigkeit - und die kennt tausend Ausreden (z.B. ‘Du bist Schuld! - Ich habe keine Zeit! - Die Umstände erlauben es nicht anders!’), um nicht das anpacken zu müssen, was für mich jetzt eigentlich wichtig und notwendig wäre.

Ich habe es früher ähnlich gemacht! Ich hatte starke Schmerzen, doch ich habe sie mit Tabletten bekämpft oder einfach ignoriert. Doch die Schmerzen kamen immer wieder und sie wurden nach und nach heftiger, bis ich endlich bereit war zu begreifen, dass es müßig und sinnlos war, das auf die Belastung, die Verhältnisse oder die heutige Zeit zu schieben. Um mein Wohl-fühlen, meine Wünsche und Bedürfnisse und eine gute Art des Zusammenlebens mit meinem Partner, meinen Kollegen und Mit-Menschen muss ich mich selbst kümmern, wenn ich will, dass sich in positivem Sinne etwas verändert!"

"Ich kenne das auch alles!", ergänzt nun Christine. "Aber wie oft kommen dann die lieben Ausreden, die dafür herhalten müssen, dass ich mir die eigene Anstrengung - und damit Veränderung und Wachstum - bis auf weiteres noch ersparen kann? - Es ist bequemer, nichts zu verändern, zweifellos! Und es kostet Überwindung, Veränderungen anzupacken! - Ich weiß das alles auch. Manchmal schaffe ich erwünschte Veränderungen - und immer wieder rutsche ich auch in altgewohntes Fahrwasser zurück - und verschiebe es dann auf das nächste Mal."

"Genau das ist es!", ergreift Ludwig wieder das Wort. "Und dann kommen sie wieder - Schmerzen, Niederlagen und Krankheiten, verschiedenste Erscheinungsformen, die weh und immer mehr weh tun!

Als ich das verstanden habe, wurden mir Schmerzen (Krankheiten) zu wohlmeinenden, wenn auch oft recht unbequemen Freunden. Sie mahnen mich, notwendige Veränderungen nun endlich selbst anzupacken! Sie sind lästig - und sie geben so lange keine Ruhe, bis ich dann tatsächlich notwendige Verbesserungen anpacke!"

Nachdenklich ergänzt nun Barbara: "Das Schwere im Leben hilft mir also auch, immer mehr der Mensch zu werden, als der ich gemeint bin! Das also zu entwickeln und in meinen Lebens-Alltag mit einzubeziehen, was mir mitgegeben und noch (mehr) möglich ist!"

"Es ist: ‘Stirb und werde!’ ", ergänze ich nun. "Ich habe das früher nur mit Geburt und Tod in Zusammenhang gebracht. Dann gab es da aber immer wieder so ein unbestimmtes Gefühl, dass dazwischen ja auch noch etwas ist - nämlich das Leben !

Heute ist für mich ‘Stirb und werde!’ die Aufforderung zum Leben! - Die Aufforderung also: ‘Beachte, nütze und entfalte deine Chancen, indem du diesen Augenblick nimmst, egal ob mit Schmerz oder Freude gefüllt, ihn annimmst, und das wirklich Beste und Erfreulichste daraus machst. Nicht morgen oder später, sondern jetzt, in diesem Moment, stirbt dieser Augenblick und du wächst, wenn du wach und aufmerksam mitgehst, in den erfreulicheren nächsten Augenblick hinein. Doch auch der will wachsen - und so geht es weiter, ein Leben lang!

Es ist, wie bei einer Blume! - Will sie leben, dann muss sie wachsen und sich weiter-entwickeln. Immer größer, schöner, kräftiger werden, mit allem, was in ihr steckt! Eine ständige Überraschung und Freude für sich selbst und die Welt! Geht sie freiwillig und gerne mit diesem Lebens-Auftrag mit, dann kann sie sich auch an kleinsten Kleinigkeiten erfreuen und das spüren. In jedem Augenblick! - So werden Freude und Wohl-fühlen zunehmen!

Sie kann sich aber auch gegen das Wachsen und Sich-verändern wehren, alle Kraft für so nicht und da bin ich dagegen einsetzen. Sie wird trotzdem wachsen, wenn auch schwächer und verkrüppelt. Sie lässt dann die mitgegebenen Anlagen und Fähigkeiten zum Teil ungenutzt und beschäftigt sich lieber damit, ihr Klein- und Verkrüppelt-sein zu beklagen und darunter zu leiden. So lenkt sie selbst ihr Teilnehmen am Leben - wenn auch wohl aus Unwissenheit und Gedankenlosigkeit - zum eigenen Nachteil und damit auch zum Schaden ihrer Um-Welt."

Barbara: "Was eigentlich notwendig wäre, das sagt mir nicht nur mein Verstand, das spüre ich nicht nur, sondern dazu mahnen mich auch meine Intuition und die Innere Stimme - wenn ich darauf höre!"

Ich fasse zusammen: "Stirb und werde! meint also:

Lebe - spüre - und sorge selbst für

immer mehr Freude und Lachen - in dir und um dich herum!

Verbessere ständig!

Tue das, was dir möglich ist und

nur das, was für dich wirklich stimmt!

Gib dein Bestes! - Jetzt, in diesem Augenblick!

Das bringt die Sicherheit, dass es mir so gut und erfreulich geht, wie zu gestalten es mir im Moment gerade möglich ist. Und das ist wohler und auch intensiver als vorher, wenn ich das Bisher loszulassen und zu eigener Veränderung bereit bin!"

Christine ergänzt nun noch: "Wenn ich mein Leben erfüllt gelebt habe, dann werde ich - davon bin ich überzeugt - auch dem Tod am Ende des Lebens gelassen ins Auge schauen können! - Zufrieden, dankbar und fröhlich!

Schon vielleicht auch ein bisschen wehmütig - weil das Leben ja so schön ist, so vielfältig und reich.

Doch - es wird gut sein, so wie es ist! 
Und wieder ist es dann eine neue Chance!"

 

Geburt und Tod sind feierliche Ereignisse!
 Ich erlebe sie befruchtend, wenn ich mein Leben
  bedacht lenke und bewusst und achtsam gestalte!
   Jeder Augenblick - ein kleiner Tod,
    jeder Augenblick - eine kleine Auferstehung,
     jeder Augenblick - viele neue Möglichkeiten,
      Chancen und wachsendes Mich-verändern.
       Jeder Augenblick: "Stirb und werde!"

 
 

siehe auch:   Geburt und Tod      Gegenwart (1)      Jetzt (O-Fugru)    Newsletter Nr.75   

 

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