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Stimmungen ...
Inhalt:
  • Stimmungen  (1)  -  haben immer 'gleichzeitig'
                                    Freude + Schmerz, Licht + Schatten

  • Stimmungen  (2)  -  Gefühle-Skala

 

 

Stimmungen  1

haben immer 'gleichzeitig'  
Freude + Schmerz,  Licht + Schatten

Markante Textstellen:
Beschissen 
Polaritäten (Licht u. Sch.)
überwiegende Seite 
Ziele der Aufmerksamkeit
Schatten als Warner 
Wo bleibt das Lachen?
erdulden und beklagen
verbessern zu mehr Freude
Möglichk. u. Sofortmaßn.
Nach dem Tief
Alltag u. Herausforderungen
Willst du wirklich

 

Kurz nach ihrem 46. Geburtstag hatte ich mich mit Ulrike im Park zu einem gemütlichen Ratsch zusammenbestellt. Von wegen gemütlich! -
Weil: "Erstens kommt es anders - als man zweitens denkt!"

"Na - wie geht es dir denn?", begrüßte ich sie lachend und streckte ihr meine Hände entgegen.

"Beschissen!", antwortete sie mit einer Grabesstimme.

"Gehen wir ein bisschen?" - Sie nickte und wir begannen einen Spaziergang durch die hügelige und gleichzeitig offene Weite des Parks. Wie von selbst fanden wir einen gemeinsamen Geh-Rhythmus. Nach einer Weile schweigenden Gehens fragte ich "Magst du erzählen?" - und dann erzählte sie:

"Weißt du, eigentlich geht es mir ja ausgezeichnet! Ich habe in den letzten Jahren viele meiner Träume verwirklicht. Ich bin in eine sonnendurchflutete Klein-Wohnung mit Terrasse umgezogen, in der ich mich ungemein wohl und geborgen fühle, ich habe mir einen kleinen Katzentiger zugelegt, den ich mir schon seit meiner Kindheit wünsche und ich habe meine volle Berufstätigkeit aufgegeben und arbeite nun nur noch an 3 Tagen in der Woche. Die gewonnene freie Zeit nütze ich, um mir vieles zu gönnen, was bisher immer zu kurz kam: Den Augenblick bewusster und intensiver zu leben, mir Zeit zu lassen und nun auch mehr Dinge, Kurse und Seminare zu machen, die mir Freude bereiten und mein Leben bereichern. Dazu gehört auch, pflegebedürftige alte Menschen, die viel alleine sind, regelmäßig zu besuchen und zu begleiten. Da folge ich der Hospizidee. Ich tanze auch gerne und bewege mich viel. Besonders genieße ich es, wenige, aber gute Freunde zu haben, davon bist du einer. - Im großen und ganzen geht es mir also wirklich gut.

Doch hin und wieder überkommt mich eine trübe Stimmung - und ich weiß überhaupt nicht warum. Bisher habe ich mir dann gesagt, dass es mir ja gut geht - und dass ich dankbar sein muss - und dass es schon besser werden wird. Aber das hilft dann auch nicht viel. Heute ist es wieder so. Ich bin froh, dass ich mit dir darüber reden und das aussprechen kann! - Danke, dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst!"
Und dabei schaute sie mich - schon wieder etwas gelöster - lächelnd von der Seite an.

Ich schlug nun vor, uns gemeinsam ein wenig mehr mit den Hintergründen von Stimmungen und besonders auch unguten Zuständen und Erlebnissen zu befassen. Das machten wir dann auch:
 

Beschissen?  
Verschiedenes läuft nicht so, wie ich es gerne hätte: Da sind Spannungen und Schwierigkeiten - mit dem Partner, der Familie, in der Arbeit oder mit Freunden - mit meiner Gesundheit, meinem Gemüt, meinem Leben insgesamt. Ich fühle mich (im Moment oder auch überhaupt) nicht richtig rund und wohl - im Gegenteil, eher un-wohl, bedrückt und geplagt von Ärger, Schmerzen, Zweifeln und / oder der Last des Alltäglichen.
Mir fehlt etwas! - Und dabei weiß ich oft nicht genau was.

Eine gehobene Stimmung ist wunderbar - und scheinbar selbstverständlich. Sie wird selten besonders beachtet. Doch großer Jammer, wenn sie absinkt, auf einem niedrigeren Punkt hängen bleibt und nicht mehr so weit nach oben geht, wie es eigentlich möglich und wünschenswert wäre.
Dieses ‘weniger gehoben’ bezeichnen wir dann oft als Tief, Unglück Belastung, Negatives oder Schatten und spüren das als ‘ungute Gefühle’ (Wut, Ärger, Trauer, Niedergeschlagen-sein, fehlenden Auftrieb, Schmerzen usw.). Die Erscheinungsformen und die Intensität wechseln.

Solche Gefühlsschwankungen sind etwas sehr Wichtiges und außerdem nie ganz Vermeidbares.

Immer gleichzeitig Licht + Schatten!
Es muss auch kein direkt erkennbarer Grund da sein. Neben anderem macht die Tatsache, dass alles, was immer ich mache und woran ich mich beteilige, nie den idealen Wunsch-Vorstellungen entsprechend verwirklicht werden kann, sondern immer nur so gut es eben persönlich und in dieser Situation gerade geht, das gleichzeitige Vorhandensein von Licht und Schatten zwingend und damit selbstverständlich.

Meist beachten wir nur die ‘überwiegende’ Seite.

nur minus - nur plus

 
Diese nur-einseitige Betrachtungsweise führt zu Verzerrungen sowohl der eigenen Wahrnehmung, als auch der daraus gezogenen persönlichen Folgerungen.

Beispiel: Vieles ist relativ gut (70% positiv) - und nur weniges ist nicht so toll (30 % negativ). Das Positive überwiegt. Es ist für mich das momentan bestmögliche, erreichbare Ergebnis. Prima! - Ich kann mich freuen und zufrieden sein.

Doch sind auch zu den 30% Minus die Gedanken und Gefühle da. Sie werden zwar weit durch das Positive und den damit erzielten Fortschritt aufgewogen, doch ich kann nun trotzdem dorthin das Hauptaugenmerk richten und darüber trauern, dass dieser Teil nicht auch noch nach meinem Kopf gegangen ist, womit das Ganze dann (für mich) ‘vollkommen’ wäre.
 
Ziele der Aufmerksamkeit
Das ist zwar - realistisch betrachtet - unmöglich, aber es ist eben immer die Frage: "Wo schicke ich meine Aufmerksamkeit hin? Und worauf konzentriere ich mich dann? - Auf das Heute und meine vor mir liegenden, realistischen Ziele (mein Bestmögliches und damit das Machbare für Gegenwart und Zukunft), auf Illusionen und Utopien (Traumtänzereien), oder auf Zurückliegendes, das ich in dieser Form jetzt und künftig ‘nicht’ mehr will und deshalb meine bekämpfen zu müssen (rückwärts schauend - vorwärts gehen)?" *)

Die aktuelle Stimmung ist immer eine Mischung von vielen Gefühlsströmungen (Freude und Schmerz, Rauf und Runter, Licht und Schatten). Enthalten sind gleichzeitig sowohl eher positive Gefühle, als auch eher negative. Entscheidend ist, welche Gefühlsrichtung nach eigener Bewertung gerade das größere Gewicht hat, wie viel sie überwiegt und wie intensiv.

Der Schatten wird, wenn er sich mit unguten Gefühlen und Zuständen (z.B. Schmerzen, Un-Lust, Verspannungen, Krankheiten) in den Vordergrund schiebt, zum Warner, zum Aufmerksam-Macher und zum Antreiber. Er weist darauf hin, dass - wenn alle persönlichen Lebensinhalte 100 Teile sind - das Belastende nun schon mehr als 50 Teile ausmacht. Mehr als die Hälfte. Der Schatten wiegt also schon mehr, als alles Schöne, Erfreuliche, Auftrieb-gebende, Beglückende zusammen, das nur noch mit weniger als 50 Teilen dabei ist.

Vielleicht weil der Alltag immer im Gleichen stecken bleibt, vielleicht auch, weil Gewohntes langweilig und eintönig geworden ist, die Freude (das Herz lacht), Neues, Überraschungen und Höhepunkte zu wenig sind, vielleicht auch, weil zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit für das Spüren und Genießen verwendet wird. - Wie im einzelnen auch immer, die Freudeseite will also wieder mehr erfreuliche und fröhliche Inhalte, die die Lebens-Qualität und Intensität spürbar fördern.

Wo bleibt das befreiende, herzliche Lachen?
Die Lebens-Sehnsucht geht immer in Richtung ‘mehr Licht’, also mehr Freude, Wohl-fühlen. Leichtigkeit, Wärme, Tiefe und Intensität. - Es ist schmerzlich, es nicht so zu haben und zu spüren, wie die Sehnsucht das träumt, das Innere Wissen es weiß.
Aber ich bin dem, was da mit mir passiert, nicht hilflos und als Opfer ausgeliefert, sondern ich habe meine Stimmungen und damit auch mein Lebens-Gefühl sehr wohl in der eigenen Hand. Ich kann eine ganze Menge tun. Ich entscheide immer selbst, in welche Richtung ich denke, strebe und handle.

Will ich das, wie es momentan eben ist, erdulden, vielleicht die Zunahme des Belastenden auch beklagen, aber sonst selbst nichts verändern -

Im Moment überwiegen Kummer, Sorgen und ungute Gefühle. 
Ich habe zwar auch Schönes und Erfreuliches, doch ich leide.

 weniger gut - mit Tendenz


Für mich wird es nicht besser, sondern immer schlechter. Auch mit meiner Umgebung komme ich immer weniger klar.
(Kein Wunder: Ich bin un-leidig und mag mich selbst nicht.)

 

oder will ich etwas zu ‘meinen Gunsten’ verbessern und selbst dafür sorgen, dass die Anteile von Freude, Lachen von Herzen und Wohl-fühlen zunehmen und mehr und mehr überwiegen?
 

Ich erlebe viel Freude und Lachen. 
Probleme, Schwierigkeiten und Kummer sind auch da, doch das Schöne überwiegt, nimmt zu und wird intensiver.

  eher gut - mit Tendenz


Ich sorge für große und auch kleine Freuden in meinem Alltag. Gleichzeitig bin ich dabei, erkannte Probleme Schritt für Schritt in gute Lösungen zu verwandeln. Was ich nicht verändern kann oder will, dem versuche ich mehr Erfreuliches für mich abzugewinnen.

 
An dieser Stelle konnte ich es mir nicht verkneifen, mit Überzeugung einzuschieben: "Ich entscheide mich für die Seite von mehr Helligkeit und Wärme, von mehr Fröhlichkeit und Freundlichkeit. - Ich will, dass es mir besser geht! - Alleine, mit dem Partner und mit anderen zusammen! - Ich bin auch bereit, dafür selbst das Notwendige und mir Mögliche zu tun!"

Ulrike nickte heftig und sagte dann: "Dem schließe ich mich an!"

eigene Möglichkeiten und Sofort-Maßnahmen
Was kann ich nun in eigener Zuständigkeit und selbst für mich tun, um meine Freude und damit meine gute Stimmung zu mehren und damit wieder mehr auf die ‘Seite des Lichts’ zu kommen?

Hängt die Stimmung auf die Minus-Seite, weil Streit mit dem Partner, eine Auseinandersetzung mit Kollegen, der blöde Chef, der kein freundliches und lobendes Wort findet, ein nicht ganz so toll abgeschossenes Vorhaben, Zahnschmerzen, ein verstauchter Fuß, Weltuntergangs-Stimmung oder auch etwas anderes drücken, dann ist es sicherlich nicht weiterführend, nur zu schimpfen, zu klagen, zu leiden, vielleicht auch noch die anderen oder die Verhältnisse zu beschuldigen und ansonsten selbst nichts zu verändern und einfach so weiter zu machen wie bisher.

Natürlich wollen auch ungute Gefühle (Ärger, Schmerz, gedrückte Stimmung usw.) ‘zu ihrer Zeit und solange es für sie wichtig ist’ da sein dürfen. Sie wollen ja Trauer, Rückzug und Neuorientierung auslösen. Nur wenn sie be-achtet und wichtig genommen werden (Wie ist das jetzt? Was sagt mir das? Wozu fordert mich das auf?), können sie ihre Botschaft vermitteln und sich dann wieder zurückziehen, wenn es an der Zeit ist. - Sie nur mit Aktivitäten, Argumenten (mehr Arbeit oder Zerstreuung, nur Medikamente, es geht nicht anders, mir ist das ganz recht, so wie es ist - usw.) oder auch Klagen zuzudecken und damit beiseite zu schieben, wäre eine Katastrophe.
Alle Gefühle sind persönlich von Bedeutung!

In solchen Krisensituationen sind vor allem anderen Sofort-Maßnahmen wichtig, z.B. wenn es Streit und Missverständnisse gegeben hat, das Vereinbaren eines bereinigenden Gesprächs - das Aufsuchen des Arztes, wenn Krankheitserscheinungen da sind, die geklärt und behandelt werden müssen - das Einnehmen von Schmerzmitteln, wenn diese eine Linderung oder Erleichterung versprechen - ein möglichst baldiges Zubettgehen, wenn Müdigkeit zu spüren ist - das Vereinbaren einer Krisenberatung bei Partnerschaftsproblemen - oder auch nur der ‘Vorsatz’ (die innere Entscheidung), heute Nachmittag oder nächste Woche erste Schritte zu einer Bereinigung und damit Verbesserung der Situation zu unternehmen.

Auch das Über-die-eigene-Situation-reden, wie Ulrike und ich es gerade machten, ist eine wertvolle und entlastende Sofort-Maßnahme. Das, was innerlich bedrückt, wird so nach Außen befördert. Es wird jetzt nicht nur für andere verständlich, sondern auch persönlich klarer. Beim Erzählen stellen sich oft auch gute Lösungs-Ideen ein.

Auch Bewährtes zu unternehmen, was in guten Zeiten Spaß macht, Freude bringt und das Wohl-fühlen fördert (z.B. ins Kino oder Spazieren gehen, den Kontakt mit einem nahe stehenden Menschen suchen usw.) ist wertvoll. Entscheidend ist das Erfahrungs-Wissen: "Das tut mir gut!"

Ich bin z.B. täglich im Park oder im Wald unterwegs, um meditativ zu Gehen oder zu Laufen. Gerade das Gehen hat sich da nach und nach auch zu einem Quellen-Zustand für kritische Lebenssituationen entwickelt. Wenn ich stimmungsmäßig abrutsche oder - aus welchen Gründen auch immer - traurig bin, dann überwinde ich mich dazu, in den Park zu gehen und mich etwa 1 Stunde meditativ zu bewegen. Das verlangt viel Konzentration. Hinterher fühle ich mich immer erheblich wohler und meist auch klarer.

Sofort-Maßnahmen sind also wichtige Möglichkeiten, den inneren Druck zu lindern und damit die Stimmung und auch die eigene Handlungsfähigkeit wieder zu verbessern.

Ist das Tief dann erst mal überwunden, also wieder Fröhlichkeit und Zuversicht zu spüren, dann beginnt die eigentliche Arbeit.

Denn wenn ich alles so lasse, wie es vor dem Stimmungs-Einbruch war, dann verändert sich auch nichts, weder innerlich, noch um mich herum. Solche Einbrüche werden dann also wieder kommen - und sie werden nach und nach mehr und auch stärker werden.

Stimmungs-Einbrüche sind aus dem Inneren kommende ‘spürbare Aufforderungen’, nun selbst für die Verbesserung des eigenen Lebens zu sorgen, Neues und Wichtiges dazu zu lernen und sich um das jetzt Notwendige zu bemühen. - Wer die Hände in den Schoß legt, sobald der Schmerz nachlässt, schadet sich selbst zusätzlich und verschenkt eigene Entwicklungs-Chancen.

Nun geht es also gezielt und in kleinen Schritten - über Schmerzlinderung und -behandlung hinaus - darum, bisherige Ursachen für die Einbrüche zu finden und daraus notwendige Lernschritte und -möglichkeiten für Gegenwart und Zukunft abzuleiten.

Der Alltag besteht immer gleichzeitig aus beidem: Aus Schönem und weniger Schönem (manchmal Beschissenem), aus Inhalten, die leicht und wie von selbst gehen - und auch aus Inhalten, die schwer sind und mitunter eine gehörige Portion Anstrengung und auch Überwindung kosten.

Das eine ist meist ohne das andere nicht zu haben. Beide Seiten gehören also zusammen und wollen auch gemeinsam angenommen und bewältigt werden.

Die Herausforderung ist, mit der eigenen Realität, wie sie nun mal gerade gegeben ist, selbst besser leben zu lernen, indem ich ‘gleichzeitig’

für mehr und vielfältigere eigene Freude-Quellen sorge - und zwar unabhängig von erkannten Problemen und bisher schon bekanntem Erfreulichem und

Belastungen, Probleme, Beschissenes, meine Art der Beteiligung (wie ich also dabei mitspiele und bis jetzt mitwirke) selbst so verändere und weiter entwickle, dass es mir immer besser geht und ich mich immer wohler fühle, alleine, mit dem Partner und mit anderen zusammen.

Es ist ein ständiges Pendeln zwischen Bequemlichkeit und eingefahrenen Gewohnheiten einerseits und der notwendigen und auch immer wieder anstrengenden Überwindung andererseits, mit Achtsamkeit für den ‘jeweils bestmöglichen’ Zustand zu sorgen. - Doch, es lohnt sich immer!

Nun lagen natürlich meine Fragen an Ulrike auf der Hand:

"Willst du wirklich dafür sorgen, dass es dir wieder besser geht?" und als sie das aus vollem Herzen bejahte, "Welche Möglichkeiten siehst du (bitte mindestens drei verschiedene), deine Freude unmittelbar zu vergrößern und dich belastende Schwierigkeiten freudevoller zu verändern?"
Mir begann das Herz zu lachen, als ich ihr nun lauschte:

"Mehr Freude? - Ich habe zurzeit das Gefühl, dass ich mich zu wenig bewege, zu wenig körperlich belaste und fordere. Bewegung täte mir gut. Bewegung, die mir Spaß macht. - Wieder mal Bergwandern! - Ich könnte dich bitten, wieder mal eine Bergtour zu machen. Mit dir zusammen ist das immer so schön. - Das tue ich hiermit!

Ich habe auch zu wenig Abwechslung und Höhepunkte, schon lange nichts mehr Neues angefangen. Ich weiß, dass ich immer wieder daran denke, mit meinen Händen etwas zu gestalten. Nächsten Monat beginnt die Neueinschreibung bei der Volkshochschule - ich könnte für mich einen Töpfer-Kurs belegen. - Das werde ich auch tun! - Wenn ich daran denke, kribbelt es mir jetzt schon im Bauch. - Das ist sehr interessant, weil ich bisher gemeint habe, zu diesem Bauchkribbeln bräuchte ich unbedingt einen Partner und neue Menschen. Neuen Menschen begegne ich auch in einem solchen Kurs. Das Bauchkribbeln geht natürlich auch beim Partner, aber offensichtlich auch beim Töpfern.

Verändern von Minus zu Plus? - Ich wünsche mir endlich wieder eine Partnerschaft - Nähe, Zärtlichkeit, In-den-Arm-genommen-werden, Sexualität - auch die Herausforderungen, einem ganz anderen Du zu begegnen, wieder dazu-lernen zu müssen, eine gemeinsame Expedition ins Unbekannte von Nähe und Miteinander! - Danach habe ich wirklich Sehnsucht! - Da könnte ich eine entsprechende Anzeige in die Zeitung setzen - und außerdem Männer aufmerksamer betrachten, wann und wo immer sie mir über den Weg laufen. Sollte mir einer zur Nase stehen, kann ich versuchen, ihn zu einem Tässchen Kaffee einzuladen. Meine Chancen steigen, wenn ich die Hände nicht in den Schoß lege. - Was kann schon passieren? Schlimmstenfalls angle ich mir einen Mann, den ich mag. Es kann also nur besser werden!"

Dazu nickte sie nachhaltig mit dem Kopf und strahlte mich an.
Wir nahmen uns lachend in den Arm, gingen dann schweigend noch ein Stück gemeinsam und trennten uns dann, um wieder in den je eigenen Alltag zurückzukehren. - Angefüllt mit neuen Erkenntnissen, neuen Ideen und neuen Vorsätzen.

  

 

 

Stimmungen  2

Gefühle-Skala

 

Reichlich eine Stunde hatten wir, das ist jetzt etwa vier Wochen her, am Telefon miteinander gesprochen, Erika und ich.
Seit nun bald 20 Jahren sind wir befreundet und immer wieder haben wir uns auch in Krisensituationen oder bei seelischen Durchhängern gegenseitig geholfen. Damals hakte es gerade bei Erika: "Eigentlich sollte ich mich anziehen und spazieren gehen - ich weiß schon. Und eigentlich sollte ich längst zum Arzt gehen, auch das weiß ich - und eigentlich - - - - ! Aber ich mache es nicht. Ich kann mich einfach im Moment nicht dazu aufraffen!" So ging das während des ganzen Gespräches.
Gegen Ende verabschiedete ich mich dann mit den Worten: "... - und leg dich ruhig ins Bett und pack dich warm ein, nicht dass es dir dann am Schluss doch noch einfallen würde, hinauszugehen und frische Luft zu schnappen!" Es war nicht böse gemeint - im Gegenteil!
Mit ganz normaler Stimme antwortete nun Erika: "Du hast mich jetzt sehr gekränkt!"
Diese Feststellung überraschte mich, vor allem auch deshalb, weil sich die Stimme (Stimmung) scheinbar nicht verändert hatte.

Um mir eine bessere Vorstellung machen zu können, fragte ich zurück: "Auf der Richter-Skala wird die Stärke von Erdbeben angezeigt. Wenn du dir vorstellst, für die Heftigkeit deiner Gefühle innerlich auch so eine Skala zu haben - von 0 bis 6 - welchen Wert würde diese dann wohl für deinen Ärger anzeigen?"

Die Antwort kam ganz schnell: "5,5"

Und jetzt war ich nicht nur geknickt, sondern fassungslos.

Einige Tage später haben wir uns dann nochmals zu einem Gespräch zusammengesetzt. - Ich hatte mich zwar bereits entschuldigt, aber wir wollten klären, wieso es zu einem solchen Missverständnis kommen konnte und was wir da künftig verbessern könnten. 
Gemeinsam haben wir dann herausgefunden:

Um die innerlich spürbare Freude, den Ärger oder auch andere Gefühle nach außen auszudrücken, haben wir z.B. Gesten, vor allem auch die Mimik (Gesichtsausdruck), die Farbe und Lautstärke der Stimme - und natürlich auch die Worte.

Mir persönlich gut vertraut ist, um intensive Gefühle auszudrücken, dass die Stimme lauter und das Bewegen und Gestikulieren heftiger wird, bis hin zum Explodieren - oder auch das Gegenteil, dass die Stimme leiser wird und ich mich immer mehr verschließe, zurückziehe und damit auf Abstand gehe. - Das sind Ausdrucksformen, die gut sichtbar und auch hörbar sind.

Jeder hat da so seine, ganz eigene Art und auch Mischung der Ausdrucksmöglichkeiten. Mancher hat sich auch selbst dazu trainiert, möglichst wenig Gefühle zu zeigen, aus welchen Gründen auch immer. Pokerface zum Beispiel, ein gemeinsamer Bekannter, ist undurchschaubar. Leider nicht nur beim Kartenspielen. Auch Erika hat sich offensichtlich, wenn auch sicherlich aus anderen Gründen, in diese Richtung entwickelt. - Bis dahin war mir das noch gar nicht so deutlich aufgefallen. - Ihr selbst übrigens auch nicht.

Um einen anderen mit dem, was ihn bewegt - und das sind ja nicht nur Gedanken, sondern insbesondere auch Gefühle - besser verstehen zu können, ist also das Kennen-lernen seiner Art und der momentanen Bedeutungen von Worten und Ausdrucksformen wichtig.
Eine wertvolle Verständigungshilfe ist es allemal, das mit Worten zu sagen, was ich gerade fühle (z.B. "Das freut mich! - Das macht mir viel Spaß! - Das ärgert mich! - Ich bin sehr wütend! - Ich fühle mich im Moment eher ängstlich und unsicher! - usw."). - So ist zumindest eine grobe Richtung erkennbar, welche und wie starke Gefühle da sind.

Noch klarer wird es, wenn beide zusätzlich die Gefühle-Skala vereinbaren. 
 

Gefühleskala

 
Mit ihrer Hilfe ist die momentane Intensität der Gefühle leichter zu beschreiben und dann auch besser zu verstehen. 

Wenn wir möglichst genau die Größe eines Menschen beschreiben wollen, verwenden wir die Maßtabelle und sagen zum Beispiel 1,68 m. Das ist eindeutig. Die Angabe 'normal-groß' wäre nichtssagend und auch 'mittel-groß' immer noch verschwommen und ungenau. 
Entsprechend lässt sich für Gefühle und Gemütsbewegungen die Gefühle-Skala einsetzen. Sie bietet eine wertvolle, zusätzliche Beschreibungshilfe.

Stellen sich Gesprächspartner diese Skala innerlich vor, dann kann jedes persönliche Bewegt-sein, gleich welcher Art, in der momentan spürbaren Intensität zwischen den oberen und unteren Endpunkten eingeordnet werden. - Es geht immer besser und genauer, je öfter man auch in guten Zeiten und ohne besondere Notwendigkeit - also spielerisch - den gerade zutreffenden Wert auf der Gefühle-Skala erspürt und dann auch benennt.
Nie vergessen werde sollte, dass es sich bei den so beschriebenen Gefühlen und Empfindungen um Signale der höchst-persönlichen Innen-Welt eines jeden handelt. Sie verdienen Respekt und Achtsamkeit. Auch ein besonders 'Danke!' für das Vertrauen, davon zu erzählen.

Nach diesem Gespräch vereinbarten wir, künftig den Gefühlen, die wir gegenseitig verständlich machen wollten, nicht nur Worte zu geben (z.B. Ich fühle mich bedrückt!), sondern auch zu versuchen, die Intensität mit dem jeweiligen Wert der Gefühle-Skala genauer zu beschreiben. Und das machen wir jetzt schon eine ganze Weile.

Natürlich verlangt es mehr Aufmerksamkeit, die eigenen Gefühle zu beachten und dann auch zu bewerten. 
Doch die Erfahrung zeigt, dass es wirklich einen großen Unterschied macht, wenn ich zum Beispiel ein Geschenk mitbringe und nun kommt statt des bisher üblichen "Danke, das freut mich!" z.B. "Danke! Ich freue mich! - - Stufe 5!". 
So ist es für 'uns beide' nicht nur schöner und intensiver, sondern wir haben damit  in Krisensituationen (Streit oder Ärger) gegenseitig zusätzlich auch noch klarere Ausdrucks- und Informationsmöglichkeiten.
Ein Gewinn also auf der ganzen Linie.
 


*)  Dafür - dagegen - jein    

Thema der Woche ab 10.05.09  (21.01.06, 13.12.03)    Stimmungen begleiten uns ständig und sie haben immer 'gleichzeitig' Erfreuliches und weniger Erfreuliches, Licht und Schatten. Doch welche Seite beachten wir immer besonders - und lassen die andere Seite dabei meist außer Acht? - Und wie lässt sich die Intensität der eigenen Gefühle genauer innerlich erspüren und äußerlich beschreiben? - Oft meinen wir, ihnen ausgeliefert zu sein. Aber das stimmt nicht. Wir haben unsere Stimmungen 'selbst' in der Hand! Erstaunlich - aber wahr!

siehe auch:   Frieden    Friedl.u.freundl.Klima finden (X/Y-Fugru.)   Gefühle     Hindernisse   Intensität   Krisen  
                    Newsletter Nr.40  und 67   Streit     Zufrieden 

 

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