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Schatten
Inhalt:

 

 

Schatten

Hüter des Lichts?

 

Wir saßen plaudernd in einer Runde, als nach einer Weile Elise erzählte: "Ich möchte euch heute eine Art Gedicht - oder Sinnspruch - oder auch Anregung zu bewussterem Leben -, wie immer man das bezeichnen mag, vorstellen. Ich habe diese Zeilen vor ein paar Wochen gelesen - und seitdem gehen sie mir nicht mehr aus dem Kopf:
 

Der Schatten

ist der Hüter des Lichts

das Leid

ist der Hüter der Freude

das Weinen

ist der Hüter des Lachens

die Krankheit 

ist der Hüter der Gesundheit

das Unwohl-fühlen

ist der Hüter des Wohl-fühlens

Schmerz, Ärger,
Trauer und Not

sind die Hüter der Fähigkeit und 
der Bereitschaft zu Beweglichkeit,
eigenem Verändern und Wachsen.


Das gefällt mir, aber so richtig verstehen, was das für mein Leben bedeuten könnte, tue ich’s eigentlich nicht. Hat da jemand von euch eine Meinung dazu?"

Zunächst breitete sich nachdenkliches Schweigen aus. Dann musste Elise diesen Spruch noch mehrmals wiederholen.

Schließlich hob Karl den Kopf, als Zeichen, dass er etwas zu sagen habe, schaute in die Runde, ob alle einverstanden seien, und begann dann: "Ich habe das bisher noch nie unter diesem Blickwinkel betrachtet, aber das, worauf da hingewiesen wird, ist für mich schon logisch. - Wenn ich im Zustand der Freude bin, dann passiert es schnell, dass ich leichtsinnig und übermütig, auch nachlässig und träge werde. Ich lasse also in meiner Achtsamkeit und meinem Engagement nach, das Schöne zu erhalten und mich auch weiter dafür anzustrengen.
Was passiert? Die Freude und das Lachen lassen nach und werden weniger. Gleichzeitig verspüre ich zunehmend mehr Druck, Ärger, Angst usw. Mir geht es also schlechter. Das Lustige ist - und da bin ich lange nicht dahinter gekommen - , dass die Schuld (Ursache) nicht beim bösen Partner oder den Verhältnissen, auch nicht bei Nachbarn oder Kollegen liegt, sondern in meinem eigenen Denken, Lenken und Handeln - bzw. meinem Nicht-denken, Nicht-lenken und Nicht-handeln oder auch in meinem nachlässigen und unbedachten ‘Einfach-so-weitermachen-wie-bisher’. - Bei mir sind es meist die lieben Gewohnheiten. Oft kriege ich auch den Hintern nicht hoch, um das zu tun, wovon ich eigentlich weiß, dass es mir gut täte, ja sogar notwendig wäre. Nun fallen mir auch tausend Ausreden ein, warum das jetzt noch nicht geht und warum ich das auf später verschieben muss. Immer wieder beschwichtige und betrüge ich mich dann selbst mit dem fragwürdigen Hinweis, dass es bis jetzt gegangen ist und dann auch so weiter gehen wird. - Na ja, ihr kennt das bestimmt auch.
Gott sei Dank gibt es die ‘Hüter’! Indem sie sich melden und nach und nach stärker werden, zeigen sie an, dass Lachen, Fröhlichkeit und Leichtigkeit zurückgehen - ein alarmierender Zustand - und werden damit zu Antreibern, selbst wieder mehr für die eigene Freude zu tun.
Krankheit, Leid, Tränen und Trauer halten mir also schmerzlich spürbar den Spiegel vor und zeigen mir, dass ich un-achtsam, schlampig und nachlässig mit mir umgehe. Sie wollen mich wachrütteln und fordern mich auf, aufmerksamer zu werden, meine Energie sorgfältiger und effektiver einzusetzen, dazu zu lernen und mich weiter zu entwickeln. Selbst also und in eigener Zuständigkeit, Vorhandenes zu verbessern und dazu auch immer wieder Neues zu erschließen, das mein Leben bunter, vielfältiger und reicher macht!"

Elise nickte und ergänzte: "Es ist also wie bei einem Autofahrer. Wenn er nachlässig und unaufmerksam ist, vielleicht auch ein bisschen überheblich, baut er einen Unfall. Es kommt nicht so sehr darauf an, wer nun nach dem Gesetzt Schuld hat (das ist nur wichtig für die Schadensregulierung), sondern darauf, ‘dass’ der Unfall passiert und ‘genau dieser’ Autofahrer beteiligt ist. Wenn er bedacht handelt und noch länger leben will, muss er seine Fahrweise weiter-entwickeln (z.B. lernen, am Steuer konzentrierter und umsichtiger zu sein, vielleicht auch langsamer zu fahren usw.). Darauf weist der Unfall ihn hin. Sonst wird es weitere Unfälle mit zunehmend schlimmen Folgen geben.
Jetzt wird mir auch klar, dass Schmerz und Weh-tun ‘Freunde’ sind, die es mir gut meinen!
Sie können mich anstoßen, ja anrempeln. Doch gehen (mein Leben verändern und die notwendigen nächsten Schritte anpacken usw.), das muss ich selbst, wenn ich will, dass ich mich wieder wohler fühle! - Ja, jetzt ist mir die Bedeutung der ‘Hüter’ klar! - Danke!"

Nach einer Weile sagte Julia in die schweigende Runde hinein: "Ich kann das für mich schon auch annehmen, dass die Hüter, auch wenn sie mir Schmerzen machen, es mir gut meinen. Wieso kommt es dann aber, dass sie oft so hart zuschlagen? Dass es dann gleich so entsetzlich weh tun muss?
Da geht die Partnerschaft auseinander - oder eine Krankheit schüttelt mich - oder die Situation in der Arbeit setzt mir so zu, dass ich kaum noch zur Ruhe komme - oder - oder - oder - ?"

"Wie wenn ein Tornado über die Landschaft fegt!", warf Johannes ein. "Er hinterlässt eine Spur der Verwüstung und es braucht lange, bis Mensch und Natur sich wieder erholt haben."

"Ja - ", nahm Julia den Faden auf, "ein Gewitter, vielleicht sogar mit einem kleinen Blitzschlag, die täten es doch auch. Die Folgen wären dann bestimmt leichter zu verkraften!"

"Und schnell", mischte ich mich nun auch ein, "wäre dann alles wieder beim Alten!
Ich bin der Überzeugung, dass solche Tiefschläge dann kommen - und auch notwendig sind -, wenn die vielen kleinen Signale, die ja immer vorausgehen, nicht beachtet wurden.

Ein Bekannter von mir bemerkte zum Beispiel, dass ihm das Zusammensein mit seiner Frau immer weniger Freude bereitete. Zunehmend ging er der Begegnung mit ihr aus dem Weg und arbeitete dafür immer mehr. Mit Freude, wie er beteuerte. Es meldeten sich kleinere Erkrankungen, dann zunehmend Herzschmerzen und schließlich, weil alle Signale mit ärztlicher Hilfe und Medikamenten nur beiseite behandelt worden waren, der Herzinfarkt. Nun musste er plötzlich Zeit haben. - Er wurde von seinem Körper zwangsweise für mehr als ein halbes Jahr ruhig gestellt, um sein bisheriges und auch künftiges Leben zu überdenken. Die Ehe brach nun endgültig auseinander. Später erzählte er mir strahlend, dass ihm genau diese ungemein schmerzliche Gesundheits- und Lebenskrise, während der er total am Boden war, zu neuen Einsichten verholfen habe. Vorher habe er überhaupt nicht bemerkt, was er da mit sich selbst und anderen mache. Und nun habe er begonnen, sein Leben zu seinen Gunsten umzugestalten, immer mehr und immer intensiver auf Freude und spürbares Wohl-fühlen zu - alleine und mit anderen zusammen.

Die Hüter müssen also so hart zuschlagen, weil wir sonst nichts merken oder es zu wenig weh tut, um notwendige Verbesserungen im eigenen Leben nun wirklich selbst anzupacken.

Mit Überzeugung davon zu reden, das geht leicht. Es aber dann auch in die Tat umzusetzen, das ist eine holperiger Weg des Tuns.
Von Erfolgen und Niederlagen, 
von Zeiten voll Schwung und Kraft und auch von solchen 
voll Tatenlosigkeit und Schwachsein, 
von Gehen, Straucheln und Fallen, 
voll Freude und Glück
und dann auch wieder 
voll Schmerz und Tränen.

Wege, Umwege und Irrwege.
Zu gehen, so gut es eben gerade geht, darum geht es!"

"Solche Zwischenfälle fordern ja nicht nur dazu auf, selbst und im eigenen Leben nun weiter zu gehen und notwendige Verbesserungen und Erweiterungen anzupacken, sondern sie ermahnen doch auch, aufmerksamer und damit bewusster zu werden," warf Elise wieder ein. "Also zu lernen und ständig zu üben, immer kleinere Signale nachteiliger Veränderung (natürlich auch positiver!) zu bemerken und dann auch wichtig zu nehmen. Und sie nicht nur wegzuschieben, wegzuerklären oder mit Tabletten oder ärztlichen Korrekturen wegzudrücken und sonst nichts zu machen."

"Das sehe ich auch so!", meldete sich Karl nun wieder. "Bewusster zu werden, bedeutet mehr Feinheiten - innen und außen - und zwar gleichzeitig - wahrzunehmen und mit-einzubeziehen. Jetzt wird das Leben dichter und die Freude intensiver.

Wenn ich mir das so anschaue, fällt mir auf, dass äußerlich (z.B. Wirtschaft, Technik, Verdienst, Besitz usw.) im großen und ganzen die Entwicklung zu ‘immer schneller, größer und stärker’ tendiert. Mir scheint, der innere Entwicklungsprozess eines Menschen, der ja durch die ‘Hüter’ im Gang gehalten werden soll, hat eine umgekehrte Richtung: Erst fahren wir wie ein Panzer durchs eigene Leben, sehen und erleben im wesentlichen nur das Vorwärtskommen und legen, ohne das groß zu beachten und wahrzunehmen, eine Spur der Verwüstung (Rücksichtslosigkeit sich selbst und anderen gegenüber). Wenn wir uns weiter-entwickeln, steigen wir nach einer Zeit des Bewußter-werdens um in ein Auto und dann aufs Motorrad. Nun ist die Sicht rund herum schon viel besser, das Vorwärtskommen braucht mehr Umwege und es geht nicht mehr gerade durchs Gelände. Das Erleben wird also vielfältiger. Dann geht die Entwicklung Richtung Fahrrad und schließlich lassen wir auch dieses stehen und gehen zu Fuß und erweitern die gewonnene Langsamkeit durch Immer-wieder-verweilen und -staunen.
Jetzt erschließt sich die ganze Fülle dessen, was da ist. Die wunderbare Landschaft, die Stimmung, Sonne und Regen, die Schnecke, die über den Weg kriecht, der Plausch, verbunden mit dem Einhalten an der nächsten Ecke, das Verweilen und Genießen auf einem von Bienen summenden Wiesenfleckchen, der erquickende Schatten eines Baumes. Weniger wird also mehr! -
Auch vorgegebene Wege und Pfade werden nun als hilfreich und immer wieder nützlich erkannt, aber sie fesseln nicht mehr. 
Der Weg ist gut, den ich für mich gerade wähle - auch durch scheinbar unwegsames Gelände. 
Der Prozess ist also das Langsamer- und gleichzeitig auch Achtsamer-werden! Jetzt kann sich mehr von der ganzen Pracht und Fülle des Augenblicks erschließen."

"Du kommst ins Schwärmen!", unterbrach ich Karl lachend. "Ich glaube auch, dass ein ganz wichtiges Lebensanliegen sein muss, bewusster, aufmerksamer und achtsamer ‘zu werden’ und ‘zu sein’, also sich selbst wahrzunehmen und zu beachten, gleichzeitig den Partner und die anderen, genauso auch die Situation und die damit zusammenhängenden Gegebenheiten.

Das geht nicht mit Nur-Wissen und dem Kopf alleine, auch nicht mit Nur-Gefühl. Es braucht den gleichzeitigen Einsatz aller Sinne, von Verstand und Gefühl und das Beachten der Inneren Stimme und der Intuition. - Das will gelernt, geübt und weiter-entwickelt werden. - Bewusst den Körper einzusetzen und beim Gehen, Stehen, Laufen und Sitzen, ja bei jeder einzelnen Handlung zu lenken, also klare Ziele zu haben, darauf zuzugehen und gleichzeitig das eigene Tun innerlich mit dem Spüren zu begleiten und es immer wieder im möglichen Umfang zu verbessern (so wie wir es beim Meditativen Laufen und Meditativen Gehen machen), ist eine wertvolle Möglichkeit, die eigene Entwicklung immer mehr in Richtung bewusster - und mit mehr Freude - zu lenken.

Es tut, wie ihr wisst, nicht nur gut, sondern dieses Denken und Handeln breitet sich auch mehr und mehr im ganzen Menschen aus, auch im Unterbewusstsein. - Plötzlich gelingen nun auch an anderer Stelle Inhalte besser, einfacher und freundlicher. Das eigene Leben wird insgesamt fröhliche und wohltuender.

Ganz selbstverständlich müssen nun die Hüter nicht mehr so oft und auch nicht mehr so heftig zuschlagen! - Wir merken das daran, dass die Löcher der Abstürze weniger und dann nicht mehr so tief und auch nicht mehr so lange werden.

Wer so auf dem Weg ist, merkt viel früher, dass er  irgend etwas macht, was ihm in dieser Form schadet und kann das bewusst nun wieder ins Lot bringen! - Aber die Hüter bleiben immer wichtig! Und ihre Signale zu beachten hilft lernen, das eigene Leben besser zu gestalten!"

 

Der Schatten

ist der Hüter des Lichts

das Leid

ist der Hüter der Freude

das Weinen

ist der Hüter des Lachens

die Krankheit 

ist der Hüter der Gesundheit

das Unwohl-fühlen

ist der Hüter des Wohl-fühlens

Schmerz, Ärger,
Trauer und Not

sind die Hüter der Fähigkeit und 
der Bereitschaft zu Beweglichkeit,
eigenem Verändern und Wachsen.

 

Wie so oft, helfen mir 'auch' Fragen, die ich mir selbst stelle:

Wenn ich mich so anschaue 
und auch in mich hineinspüre, 
bemerke und beachte ich auch meine Hüter ?

Wozu fordern sie mich auf ?

Will ich darauf eingehen
und auch dafür künftig selbst besser sorgen ?

Mit was genau fange ich an ? 

Wann ?

 

 
 

Zitate 21:  Fragen - an sich selbst

"Ist es nicht seltsam, wie viel wir wissen, 
wenn wir uns selbst, statt einen anderen fragen?"

                              
Richard Bach in "Illusionen"
siehe auch: Fragen

 

Newsletter 114 v. 22.04.10  (Nr.7)    Schatten? Spontan fällt mir ein: "Dem eigenen Schatten begegnen." Oder auch: "Dein Gegenüber kann dir auch immer wieder Spiegel sein. Es spiegelt gleichermaßen deine lichtvollen, als auch deine Schatten-Seiten." - Ich denke auch an den Urlaub im Süden. Zunächst die Freude über so viel Sonne und Wärme - und dann, ganz schnell, auch die Dankbarkeit über ausreichenden Schatten. Beides zusammen war so wichtig. - Vielleicht sind das einige Analogien von vielen möglichen.(?)
                                   ***Nur ein Mensch ‘mit’ Freude - macht Freude - ist eine Freude!***

siehe auch    MOSAIK / Erlebnisse (1) ...  

   

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