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Partnerschaft ...
Inhalt /
Hinweise:

 

Du interessierst mich,

wie du denkst, fühlst und handelst,
dein bisheriger und gegenwärtiger Lebensweg,
auch deine Inhalte, Vorstellungen und Ziele,
deine Fähigkeit und Bereitschaft,
deines zu vertreten, meines mit einzubeziehen,
gemeinsame Einigung und Wachstum zu fördern!
Wer bist du? - Wie bist du?
Wonach strebst du?

 

 

Partnerschaft  2

braucht Vereinbarungen!

 

Partnerschaft, so wie sie hier gemeint ist, hat zum Inhalt:
"Wir zwei mögen uns und wollen deshalb zusammen weitergehen!"

Es ist nicht damit getan, sich einfach zusammen zu tun und zu gehen - oder im gesellschaftlichen oder auch kirchlichen Sinne eine Ehe zu schließen. Danach macht es dann jeder so, wie er meint, dass es gut ist, wie gesellschaftliche Regeln oder kirchliche Gebote es vorschreiben, oder wie Eltern und Umgebung es vorleben.
So ist es bestimmt gut gemeint, doch das reicht nicht.

Partnerschaft, die Zukunft haben will, braucht klare und höchst-persönliche gegenseitige Versprechen (Vereinbarungen), an die sich beide halten - und um die sich dann auch beide ständig bemühen:

  • einen gemeinsamen Boden
    z.B. "Ich will mit dir zusammen ein gutes Miteinander leben! -
    Ich verspreche dir Exklusivität, also Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität ‘nur wir zwei miteinander'! Ehrlich und offen werde ich dir von meinen Erlebnissen, Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen erzählen und auch dir mit großer Aufmerksamkeit zuhören. Ich will dir bewusst und achtsam, geduldig und auch nachsichtig begegnen und mich stets um Einigung und Verbesserungen bemühen. Ich werde mit dir sofort darüber sprechen, wenn ich mich nicht an unsere Vereinbarungen gehalten habe - oder mich künftig nicht mehr daran halten will!"
     
  • und gemeinsame Ziele
    z.B. "Ich lebe mit dir und gestalte unsere Partnerschaft gleich-berechtigt und gleich-verpflichtet so mit, dass sich jeder von uns beiden darin wohl fühlt und die Freude miteinander und aneinander ständig wächst, genauso, wie das herzliche und fröhliche Lachen!"
    Gegenseitige Zuneigung und Liebe können so zu einem vertrauensvollen Miteinander werden, in dem Wachstum und Entwicklung - jeder für sich - und wir beide miteinander - Platz haben. In dem immer wieder zu spüren und zu hören ist: "Mit dir zusammen ist es schön und beglückend, immer wieder aufregend und anstrengend, immer wieder überraschend und neu! - Danke, dass du dein Leben mit mir teilst!"

Denn nichts ist selbstverständlich!

 

 

 

Partnerschaft  3

Kontaktanzeigen

 

Adrienne hatte eine Bekanntschaftsanzeige aufgegeben, weil sie sich wieder eine gute und engere Partnerschaft wünschte. Das erzählte sie so nebenbei, als wir uns auf der Heimfahrt in der U-Bahn zufällig trafen.
Auf meine Frage, wie es denn so liefe, schaute sie mich lächelnd an und begann dann: "Um gleich das Ergebnis zu nennen: Nichts Umwerfendes, aber einige gute Treffen! Menschen eben, die auch suchen und auch Sehnsucht haben. Ganz verschiedene, aber immer irgendwie wertvolle und interessante Gespräche!
Doch einen besonders unerfreulich-erfreulichen Zwischenfall habe ich erlebt. Den möchte ich erzählen!"

Ermunternd warf ich ein: "Leg' los! - Ich bin ganz Ohr!"

"Also: Eine Zuschrift bekam ich - mit Bild - handgeschrieben - kopiert. Der Schreiber hat von sich aufgezählt, wie groß und wie alt er ist, dass er getrennt lebt und was er beruflich macht, welchen Freizeitbeschäftigungen er nachgeht und was er sich so mit Blick auf eine Partnerschaft vorstellt. Die Kopie hatte kein Datum und auch die vollständige Adresse fehlte.
Zunächst war ich sehr verärgert, ich bin doch nicht an Massen- und Postwurfsendungen interessiert!

Doch dann überlegte ich mir, dass der Absender sich um Verbindung bemüht und in dieser Art voraussichtlich eine Enttäuschung nach der anderen erlebt. Sicherlich merkt er das, je öfter ihm das passiert. Wie soll er aber die Zusammenhänge erkennen, wenn er dazu keine ehrliche Reaktionen von außen bekommt?

Nun bin ich weder der Lehrer, noch der Erzieher dieses Menschen. Ich kann ihm auch nicht sagen, was er machen soll. Aber ich kann ihm meinen Eindruck anbieten, wie seine Zuschrift auf mich wirkt. Auch vielleicht noch einen Tipp, wie ich eine solche Situation angehen - oder was ich mir dazu überlegen würde.

Gesagt - getan! - Ich habe also die Adresse im Telefonbuch nachgeschlagen und ihm dann einen Brief geschrieben. - Darf ich ihn dir vorlesen?"

"Nur zu - ich bin schon ganz gespannt!"

 

Lieber Herr Franz Ronstümmel,

Sie haben auf meine Anzeige reagiert.
Allerdings sind Sie auf 'meine' Inhalte mit keinem Wort eingegangen und haben sich selbst lediglich mit einer Kopie standardmäßig beschrieben.
Die Kopie hat weder ein Datum, noch Ihre Anschrift.
Als freundliche Geste habe ich mir die Mühe gemacht, Ihre Adresse zu ermitteln, um das Bild zurückzuschicken.

Wenn Sie selbst eine 'ganz persönliche' Anzeige aufgeben würden, wie ich es gemacht habe - und bekämen darauf diese Zuschrift:

  • Wie würde es Ihnen wohl damit gehen? 
     

  • Was würden Sie damit - "Hand aufs Herz !" - machen?
     

  • Wie würden Sie sich dann eine Zuschrift wünschen, worüber Sie sich so richtig und von Herzen freuen könnten?

Ich wünsche Ihnen viele gute Kontakte!

Herzlich

Adrienne 
(Bekanntschaftsanzeige Off. Nr. 347219 / Wochenblatt)

 "Jetzt bin ich wieder richtig zufrieden - mit mir und der Welt!

Ich habe meine Meinung angedeutet und versucht, dabei nicht zu verletzen oder mich einzumischen. Mir hilft es nämlich auch unheimlich, wenn ich achtsam und ehrlich die Stellungnahme eines anderen bekomme. - Von dir habe ich mir da im Laufe der Zeit schon viel abgeschaut!" Dabei schaut sie mich augenblinzelnd an.

Damit war unser Gespräch dann auch schon wieder vorbei, denn ich war da und musste aussteigen. - Nachdenklich - in Gedanken noch in unserem gemeinsamen Gespräch - ging ich das letzte Stück zu Fuß nach Hause. 

"Ja - freundliche Fragen sind wirklich Geschenke!"
Das nahm ich aus unserem Gespräch mit! - Und ich kann mir das gar nicht oft genug ins Gedächtnis rufen, um mich dann in entscheidenden Momenten immer wieder daran zu erinnern.

 

 

 

Partnerschaft  4

Krisen und Chancen

Markante Textstellen:
Kämpfen oder schweigen
Autoimmunreaktionen
Gedanken-lesen
Energie
Verändern und einigen
Klären und erklären
Gespräch
Signale und Chancen
Hans und Ingrid

 

Wie schnell ist unbedacht dahin gesagt: "Du kannst doch ...! Du musst halt mal ....! Das kann ich doch von dir erwarten ...! Das ist doch selbstverständlich, dass du ...! Das weißt du ganz genau ....! usw." - Solche oder ähnliche Du-Forderungen und Du-Erwartungen leiten meist einen Streit ein oder sie begleiten ihn. Dazu kommen häufig auch Behauptungen wie: "Das, was ich sage, ist jetzt wichtig - und sonst nichts! - Ich habe recht! - Ich weiß, wie du es richtig machen musst! - Ich sage dir jetzt, was du zu tun hast und das machst du dann gefälligst! - usw."
Das ganze dann auch noch in ätzendem Ton.

Eine Kleinigkeit oder ein Missverständnis reichen im ‘richtigen Moment’, um den Krug zum Überlaufen zu bringen. Die Geduld ist zu Ende und die ‘Fassung’ verloren. Natürlich hat das Vorgeschichte. Was steckt also dahinter? Was ist passiert? Was hat sich da angestaut?

Kämpfen oder schweigen
Einer sagt oder tut etwas, der andere fühlt (interpretiert innerlich) sich angegriffen, verletzt, gedemütigt oder bevormundet, wehrt sich und ‘schlägt’ zurück. Dann gibt ein Wort das andere. Das Schlimme daran ist der Kampf ‘gegeneinander’ und das ‘Aufeinander-losgehen’.
Das löst keine Probleme. Im Gegenteil: So entstehen nur zusätzliche Wunden und Verletzungen.

Eine Variante des lauten Streites ist der ‘schweigende Streit’ oder auch der angebliche Nicht-Streit. Er schlägt - fast unmerklich - noch größere Wunden.
Die eigene Spannung und Not wird da innerlich zwar gespürt, aber nicht ausgesprochen, sondern geschluckt und weg-verniedlicht. Im Verhalten wird das dann begleitet von z.B. sich dem Du verweigern - Widerstand ‘entgegen’setzen - sich auf Pflicht-Erfüllung, Wie-es-richtig-ist, Routine, ‘keine Zeit’, Sachzwänge usw. zurückziehen. Der innere Abstand wird also größer.
Dahinter stehen vielfach auch blockierende, innere Überzeugungen und Fantasien, wie "Es hilft ja doch alles nichts! - Dann gibt es nur wieder Streit! - Ich hole mir doch nur eine Abfuhr, dann sage ich lieber gleich gar nichts! - Es ist immer wieder das gleiche!" und als Generalformel: "Es geht eben nicht anders!"

Das eigene Bedürfnis wird also ‘nicht’ nach Außen gebracht, ausgesprochen, erklärt und dem Partner gegenüber vertreten. - Im Gegenteil, alles wird schweigend und innerlich selbst erledigt: Ein Wunsch wird gespürt und schon wird die (erwartete) negative Antwort des Partners (oder auch der Umgebung) dazu-fantasiert. Außen wird dann noch ein Lächeln darüber-gestülpt und so getan, als wäre alles in bester Ordnung.
Ganz klar, dass es innerlich kocht, dass Wut und Not als aggressive Energien da sind. Auch wenn sie weggeschoben und verdrängt werden. Wohin verschwinden sie? Was bewirken sie?

Autoimmunreaktionen
Der Ärger ‘schlägt’ nun innerlich zu und zwar ‘gegen’ Magen, Herz, Gemüt usw. Er löst körperliche Schmerzen und Krankheiten aus (Kampf ‘gegen’ sich selbst). Die Wirkungen kommen, auch wenn zunächst kaum nachteilige Veränderungen zu bemerken sind, auch wenn es lange dauert, auch wenn andere die straffe Selbst-Disziplin und Opferbereitschaft beklatschen. Das hat seinen Preis. Denn: "Steter Tropfen höhlt den Stein!"

Dazu kommt noch die verheerende Wirkung auf die Beziehung. Der Partner weiß nämlich von alledem nichts. - Zudem können innerer Druck und Verzweiflung so groß werden, dass die aufgestaute Wut immer wieder wie eine Bombe explodiert und sich zerstörerisch Bahn bricht, begleitet von dem Gefühl:
"Ich muss gegen dich an-kämpfen, weil du bist Schuld an meiner Not!"

Gedanken-lesen
Eine besondere Variante des Stumm-werdens sind innere Forderungen und Erwartungen wie: "Du weißt genau, was ich gerade brauche / denke / meine! - Das, wonach ich Sehnsucht habe, musst du von dir aus erkennen und entsprechend handeln!" 
Gedanken-lesen-können wird also vorausgesetzt. - Dass das niemand kann, ist schon klar, doch wenn solche Vorstellungen eben da sind, dann wirken sie - und zwar zerstörend - nach innen und nach außen.

Energie
Wut und Ärger-Gefühle sind also aggressive, treibende Energien.
Sie ermöglichen ‘Auseinandersetzung’ mit mir selbst, mit meiner eigenen Lebensgestaltung, mit dir, mit der Qualität unserer Partnerschaft, mit eigenen und gemeinsamen Zielen. Sie ermöglichen die Überprüfung des Bisherigen und damit Kurs-Korrekturen für die Zukunft und zum Besseren.

Doch nur ich kann für mich entscheiden, 
wie und wozu ich meine Energien verwende.

Zum Beispiel: Benzin ist eine treibende Energie. Ich kann es achtsam in den Autotank füllen, damit dann beweglicher sein und fahren. - Oder ich kann es unter das Auto gießen und anzünden. - Oder es einfach nur plätschern lassen, ohne mich darum zu kümmern, wohin es fließt (z.B. über meine Kleider, auf den Boden oder  in das Wageninnere) und tatenlos zuschauen, was passiert und was es anrichtet.
Dem Benzin ist es gleich, was ich damit mache. Nur die Wirkungen für mich sind sehr verschieden!

Peter, ein heute 45-jähriger, recht lebendiger Typ, war bis 38 meist sachlich und freundlich. Er wusste überhaupt nicht, was Wut ist und nahm alles recht ruhig und verständnisvoll. Dann zerbrach seine scheinbar so harmonische Ehe und in seinem Körper wurde ein hühnerei-großer Gallenstein entdeckt. Folgen seiner nicht ausgedrückten, ja überhaupt nicht gespürten Wünsche und Bedürfnisse und vieler wichtiger Gefühle, vor allem auch von Wut und Aggressionen, sagte er später dazu.

Suse war immer unendlich liebevoll und hilfsbereit, ihrer Familie, den Freunden und jedem, der sie um Hilfe anging gegenüber. Ihr Hauptwunsch war, es möglichst allen recht zu machen. Dabei glaubte sie auch immer zu wissen, was andere brauchten und was für sie gerade gut war. Mit gutem Rat und entsprechender Hilfeleistung war sie sehr schnell bei der Hand. - Mit 43 Jahren legte sie sich mit Krebs ins Krankenhaus.
Der Weg, das ganze Spektrum der eigenen Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse überhaupt erst mal zu entdecken, dann sie zu beachten, dann sie ausdrücken zu lernen, dazu zu stehen und auch dafür einzutreten, war lange und brachte viele zusätzliche Schmerzen. - Doch dann war sie irgendwann über dem Berg. Sie hatte sich sehr zu ihren Gunsten verändert.
Sie lachte nun ungeniert, weinte hemmungslos, drückte Freude und Glück genauso aus, wie Hilflosigkeit und Schmerz. Und sie begann, ihre Bedürfnisse beim Namen zu nennen. Vor allem - sie setzte sich nun auch selbst und mit Nachdruck und Geschick dafür ein. Bei alledem suchte und fand sie immer mehr und tiefere Verbindungen zu ihrem Partner und zu einigen anderen Menschen. 
Schmunzelnd stellte sie seitdem immer wieder fest: "Ich bin gut, keine Frage, aber ich muss nicht von allen geliebt werden! Genauso wenig wie ich alle liebe und nicht mehr bereit bin, immer alles für jeden zu machen!"

Verändern und einigen
Alltag ist immer wieder: 
"Jetzt habe ich die gewünschte Intensität und Nähe in der Partnerschaft zu dem geliebten DU, aber ich merke auch gleichzeitig, dass ich Veränderungen und Ergänzungen in diesem Miteinander bräuchte. Einiges passt nicht oder nicht mehr so ganz. Da rumoren Gefühle, eigene Wünsche und Bedürfnisse!" 
Völlig in Ordnung! - Es geht gar nicht anders!
Auch Partner, auch Liebende sind ja ‘verschiedene’ Menschen, mit verschiedenen Geschmäckern, Erfahrungen, Lebensgeschichten und Neigungen, mit Stärken, aber auch verletzlich und mit Schwächen.
Soll das Miteinander gelingen und die Nähe so gut es gerade geht erhalte bleiben, dann müssen sie sich jeden Tag erneut aufeinander zu bewegen und jeden Inhalt immer wieder aufeinander abstimmen. ‘Heute’ ist es nämlich ‘eben nicht ‘ selbstverständlich genauso, wie gestern!

Miteinander geht nur durch Sich-aufeinander-einlassen, also das momentan Wichtige eines jeden gegenseitig kennen-lernen, verstehen, berücksichtigen und zur Zufriedenheit beider verbinden (= aufeinander ab-stimmen).

Klären und Erklären
Das wiederum setzt voraus, dass jeder das an Gefühlen und Eindrücken in die Beziehung einbringt, was gerade da ist und es sagt und er-klärt, was er sich für sich wünscht und wie er es für sich lieber hätte. 
Dabei sind alle Gefühle wichtig und willkommen!

Das bedeutet selbstverständlich ‘nicht’, dass der Partner das nun für sich auch alles gleich so und völlig unverändert akzeptieren und erfüllen muss. - Ein ausgesprochener Wunsch ist eine Bitte. Wie weit der Partner darauf eingehen kann und will, so dass es ihm selbst dabei auch (noch) gut geht, kann nur er für sich herausfinden und entscheiden.

Gespräch
Genau dazu und um die verschiedenen Möglichkeiten, Einzelheiten und Feinheiten zu erkunden und zu überprüfen, die dann auch für beide passen, ist das ‘gemeinsame Gespräch’ unerlässlich. Nur so kann ein offenes Hin und Her mit Angeboten und Gegen-Angeboten, mit Werben, Verhandeln und Argumentieren, schließlich mit Einander-zustimmen und SICH-EINIGEN entstehen. 
Sich so auch auf der geistig-seelischen Ebene zu treffen und zu einigen, ist die unerlässliche Ergänzung zur körperlichen Vereinigung.

Signale und Chancen
Streit ist also wertvoll und verbindet, wenn ihn beide als Chance zur Weiter-Entwicklung begreifen.
Wenn beide lernen, Ärger, Wut, Zorn, Un-Behagen, Un-Zufriedenheit, Un-Wohl-fühlen usw. und daraus resultierende Konfrontationen als Signale zu verstehen, die darauf hinweisen, dass in der Beziehung etwas wichtiges fehlt. Das kann Zeit, Zuwendung, Zärtlichkeit, mehr Miteinander, mehr Aufeinander-eingehen, mehr Gespräch, mehr Gleichgewicht und Gleichberechtigung, mehr Abwechslung und Gemeinsamkeit, das Bedürfnis nach mehr Nähe oder auch mehr Abstand (usw.) sein.

Streit kann eine Brücke zum Einander-besser-verstehen-lernen werden. Auch wenn es momentan noch so weh tut und noch so viel Ärger und Groll spürbar sind. Seine verschlüsselte Botschaft lautet: 

"Ich bin für dich
Deshalb brauche ich von dir und mit dir zusammen 
mehr und anderes für mich !"

So kann Streit zum VERANLASSER werden, Fragen zu stellen, mehr und tiefere Verbindungen zueinander zu suchen, einander mehr zu beachten, zuzuhören und wichtig zu nehmen, mehr und tiefergehend miteinander zu reden und um gemeinsame Lösungen zu ringen, die für beide gut sind.

Das verlangt, um den Streit aus der Angriffsphase heraus und in ein klärendes Gespräch hinein-zu-’führen’, das vorherige Vereinbaren eines helfenden Rituals, das von beiden erfunden werden kann.

Hans und Ingrid
Zum Beispiel Hans und Ingrid, Freunde von mir, haben als Unterbrechnungs-Signal folgenden Ausruf vereinbart:

"Stop! - Bitte klären! - Ich bin bereit! - Und du?"

Den verwendet derjenige, der als erster merkt, dass eine ungute Stimmung aufkommt oder gar ein Streit mit Gegeneinander-losgehen läuft. Sie haben vereinbart, dann wieder gemeinsam für eine gute Stimmung zu sorgen, um dann, spätestens am darauffolgenden Tag, einander die je eigenen Hintergründe zu erklären.

Folgende Fragen sind immer dabei:

  • Was will - brauche - wünsche ich mir jetzt von dir für mich, auch mit dem Blick in eine gemeinsame Zukunft ?
     
  • Was willst - brauchst - wünschst du dir jetzt von mir für dich, auch mit dem Blick in eine gemeinsame Zukunft ?
     
  • Welche Lösungen finden und vereinbaren wir, mit denen wir beide zufrieden sind ?
Um Besserwissereien und Rechthabereien vorzubeugen, vergegenwärtigen sie sich immer wieder:

"Wichtig ist nicht so sehr, wie es jeder im einzelnen macht oder bewerkstelligt. Entscheidend sind die spürbaren Ergebnisse, 
also die (Aus-) Wirkungen für jeden und für uns beide!"

Meist gelingt so die Überleitung zu einem guten Gespräch. - Ist aber einer von beiden so ärgerlich und in Wut, dass er ständig weitermacht und nicht aussteigen kann, dann steigt der andere durch Tun aus, indem er die eigene Unterbrechung ankündigt (z.B. "Ich steige aus dem Streit aus und gehe jetzt erst mal für etwa eine Stunde an die frische Luft!") und danach körperlich und räumlich Bewegung und Alleine-sein sucht.

Dieses Auseinander-gehen (innerlich einige Schritte zurück gehen, um das Ganze aus einer neuen Position und mit größerem Überblick neu betrachten zu können) ist eine wichtige Hilfe, um wieder in die eigene Ruhe und ins Gleichgewicht zu finden. So auch die aktuellen Gefühle und die momentanen eigenen Wünsche und Bedürfnisse in sich selbst zu überdenken und zu klären, außerdem gemeinsame und neue Möglichkeiten zu überlegen.
Danach kann dann ein fruchtbares Gespräch gesucht und ganz bestimmt auch gefunden werden.

Ein weiterer Kern-Satz wird von Hans und Ingrid - schon als eine Art Verbindungs- und Versöhnungs- Ritual - gerne angewendet:

"Um unsere gemeinsame Nähe erhalten 
und miteinander gut weiter-leben zu können, 
will ich mit dir zusammen anstehende Bedürfnisse klären 
und mich mit dir einigen!
Ich will und ich bin bereit, 
weil ich dich lieb habe, so, wie du bist!
Dann ist die Seele wieder frei und froh! 
Lachen und Leichtigkeit verbinden uns wieder!"

Irgendwie, auch wenn sie mitunter längere Zeit an einem Problem dranbleiben mussten, haben sie es bisher immer geschafft, die Sonne hinter den Wolken wieder hervorzulocken.
Und dabei, so betonen sie, scheint sie jetzt intensiver, als früher, weil:

"Krisen sind Chancen für mehr gemeinsames Glück!"

 
Wohl nicht nur für diese beiden.
 

 

 

Deine Wünsche und Bedürfnisse
sind ‘genau so wichtig’, wie
meine Wünsche und Bedürfnisse!
Alle gehören sie dazu
- wollen einbezogen sein -
und so zu mehr
Bewegung, Fülle und Innigkeit
in unserem Miteinander beitragen!
 

 

Fortsetzung 

 

 Newsletter Nr.31 v. 11.03.03   Dieses Thema hat eine ungemeine Fülle, deshalb heute nur die Texte 2 und 4. - Aber ‘Partnerschaft’ bezieht sich nicht nur auf Lebenspartner, sondern im weitesten Sinne auf Du und Ich. Darauf also, dass Leben ein Geflecht von Begegnungen und Beziehungen ist. Und dass sich jeder von uns wünscht, achtsam so ‘angenommen’ zu werden, wie er ist. Menschlich, respektvoll und rücksichtsvoll (einfühlsam) behandelt zu werden.- Klingt so einfach - und ist doch, so meine ich, eine Lebensaufgabe! - Besondere Herausforderungen liegen dann zusätzlich in der Paarbeziehung zwischen Partnern.              ***Worte: Erst wägen, dann wagen (sie zu entlassen).*** 

 
siehe auch:   Beziehung       Beziehung1 - Magie d. JA (A-Fugru)       Beziehung2 - Bequemlichkeit ... (D-Fugru) 
                    Ehe       Entscheidungen (E-Fundgru)       Gott (Treue?)       Kommunikation (V-Fugru)    Verhandeln     
                    Verändern u. Partnerschaft (P-FuGru)      Zitate 43: Remembering (Q-Fugru)      Zwischenbilanz 

                    LABYRINTH / Kennen-lernen       LABYRINTH / Partnerschaft-Stimmungseinbrüche... 
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