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Objektiv

Richtig, Wahrheit, allgemeingültig - oder was?

 

In einer Gesprächsrunde, die sich bis dahin plätschernd und mit verschiedenen Themen befasst hatte, äußerte Eberhard plötzlich die Meinung:
"Objektiv kann man das eigentlich nicht anders sehen, wie ich das sehe!"

Vorübergehend legte sich Schweigen über die Runde. Jeder beschäftigte sich mit dieser doch recht dreisten Behauptung. Danach brach lauter Protest los.

Schließlich, als sich die Wogen etwas geglättet hatten, taten wir uns wieder zusammen und sammelten ein, was sich für jeden mit dem Begriff objektiv verbindet. 

Wir fanden

sachlich,
zur Orientierung, 
das Richtige, 
allgemeingültig, 
für alle bindend, 
die absolute Wahrheit und 
wertfreie, unpersönliche Beschreibung.

Danach bemühten wir uns, Bedeutung und Nutzen von objektiv zu erforschen. 
Wir fanden heraus, dass objektiv sich immer auf ein Objekt (Sache, Gegenstand, Inhalt) bezieht und dieses dann nach vorher vereinbarten Maßstäben (z.B. Gewicht, Größe, Helligkeit, Farbe, Reaktion usw.) beschreibt. Objektiv ist also niemals etwas Absolutes, Ganzes oder ‘die’ Wahrheit. Im Gegenteil, objektiv ist eine ‘eingeschränkte’ Betrachtungsweise, ein Beschreibungsversuch aus einem bestimmten Blickwinkel (z.B. aus wissenschaftlicher Sicht). Das Besondere dabei ist, dass objektiv nicht mit einem bestimmten Menschen in Verbindung steht. Objektiv meint also ‘von außen betrachtet’.

Wenn ich z.B. meinen Geldbeutel auf den Tisch leere, dann sehen wir - objektiv betrachtet - Geld (ein allgemein vereinbartes Zahlungsmittel) - und zwar 55,23 DM. - An diese objektive Betrachtungsweise knüpfen sich keinerlei Gefühle. Das Geld wird also nicht in Verbindung mit irgendeinem Menschen gesehen, sondern losgelöst (abstrakt) beschrieben. Das verändert sich sofort, wenn ich das Geld zu meinem Geld erkläre. - Etwas, was objektiv beschreibbar ist, wird, indem es sich mit einem Menschen, mit all seinen Gedanken, Gefühlen, Vorstellungen, Sehnsüchten und Zielen verbindet, in der ‘persönlichen Bedeutung und Wirkung’ objektiv un-beschreibbar.

Es bleiben immer noch 55,23 DM. Doch, ob das für mich viel oder wenig ist, ob ich mich damit reich oder arm fühle und für welche Zwecke ich es einsetzen möchte, usw. - usw., das kann nur ich herausfinden und für mich beschreiben. Niemand sonst!

Soweit also ein Mensch betroffen ist, gibt es keine objektiven Maßstäbe mehr, weil bei ihm immer auch seine Gedanken (Verstand) und seine Gefühle (Erfahrungen, Eindrücke und Empfindungen) beteiligt sind. Nur Einzelheiten lassen sich herauslösen und für sich (losgelöst) betrachten und beschreiben, egal ob Geld, ein Herz, eine Lunge, Größe, Gewicht oder anderes. Solche Beschreibungen von Einzelheiten sind weitgehend normiert und mechanisch.

Am Schluss waren wir uns alle einig, dass uns der verwirrende Ausspruch von Eberhard "Objektiv kann man das eigentlich nicht anders sehen, wie ich das sehe!" die Chance zugespielt hat, uns ein bisschen genauer mit diesem Thema zu befassen.

Verwirrend war es, weil objektiv eine un-persönliche und allgemeine Art der Beschreibung ist und mit persönlichen Sichtweisen und Meinungen nichts zu tun hat.
Verwirrend war es auch deshalb, weil Eberhard in seiner Formulierung zum Ausdruck brachte: "Ich weiß, was für euch alle stimmt und wie alle es sehen müssen!" - Damit hat er seine eigene Sicht der Dinge für allgemeingültig erklärt und natürlich den Protest aller anderen, die sich bevormundet fühlten, geradezu herausgefordert.

Unser Ergebnis:
Alles, was einen einzelnen Menschen betrifft, was er also beschreibt und erzählt - eine Landschaft, einen Eindruck, ein Erlebnis usw. - ist niemals objektiv, sondern das ist etwas ganz Persönliches, eine höchst-persönliche (subjektive) Wahrheit! Sie ist in dieser Form nur für den Erzählenden gültig und richtig. Für ihn ist es so. Da bedarf es keiner Beweise. 
Diese Botschaft eines Menschen muss man hören, innerlich nachvollziehen und dann nachfühlen, um sie verstehen zu können

Objektiv lassen sich nur Teilaspekte beschreiben, losgelöst von einem Menschen und für sich. Das hat den Vorteil, dass diese Inhalte von allen Menschen, die das System kennen, nachvollzogen werden können. Aber die Verbindung zu einem einzelnen Menschen - und damit auch jedes Gefühl - fehlt.
 


Thema der Woche ab 10.04.12 
(18.03.06)     Richtig, Wahrheit, allgemeingültig - oder was? - Was ist objektiv, gilt also in dieser Form für alle? - Was ist subjektiv, also höchst-persönlich und gilt damit nur für den einzelnen Menschen? - 
Allzu gerne wird doch damit argumentiert, dass das eben so  -  ist. Ist es wirklich 'eben so'? 

siehe auch:        Wahrheit        Newletter Nr.69          MOSAIK / Richtig 

 

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