Sorgen für mehr Freude-spüren, Bewußt-sein, Lebendigkeit und Intensität !
Beziehung, Partnerschaft, Ehe, Familie, Schule und Erziehung, Gesundheit, Krankheit, Schmerzen und Krisen, Arbeit und Freizeit, Spiritualität, Sinn, Suche und Wege -  Hier: erziehen

Zurück ] Home ] Weiter ]  

[ Inhalte ]   [ Med.Gehen  ]   [ Med.Laufen ]    [ Autor  ]   [ Infos / Links ]

 

 
Erziehen
Inhalt /
Hinweise
  •    Erziehen  (1)    -   "Erziehen ...!"  Q-Fundgrube

  • Erziehen  (2)  -  Kinder - andere - sich selbst !?

  • Erziehen  (3)  -  Schule - Lehrer - Erzieher 
                             (In eine Form zwingen?)

  • Erziehen  (4)  -  und Um-erziehen

 

Erziehen  2

Kinder - andere - sich selbst !?

 
Erziehen !?
Die meisten werden zunächst an Kinder denken, auch an Schulen, Lehrer und Eltern.
Doch, wir erziehen alle - und zwar ständig:

Kinder

wie und zu was ?

andere

indem wir ihnen etwas zeigen  - 
oder auch beibringen wollen (?)

uns selbst

indem wir dem eigenen Denken und 
Handeln Inhalt und Richtung geben (?)


Erziehen - zu was?

Nur zu

Gehorsam, Folgen (dem Vater, der Mutter, dem Führer, dem Chef, dem Leiter, ..... ) und Nachsagen,

Befehle und Aufträge entgegennehmen und genau so ausführen,

Still-sein und Kuschen,

Wissen und Regeln lernen und genau so - wie vorgegeben - anwenden,

sich so verhalten, wie andere das fordern und erwarten, ..... 

mit den Wirkungen,


immer mehr "Ja-Sager" sein (un-selbständig, über-genau, über-zuverlässig, möglichst perfekt, unsicher, keine eigene Meinung, Angst vor Risiko und eigenen Entscheidungen, abhängig von Geld, Besitz, Erfolgen, sogenannten guten Freunden, Alkohol, Fernsehen, Zigaretten, anderen Drogen ..... ),

oder
immer mehr "Nein-Sager" sein (un-selbständig, un-sicher, keine eigene Meinung, im Zweifelsfall Widerstand und 'Dagegen-sein', mit 'nein' und 'nicht so' das Gegenteil machen, rebellieren und zerstören, abhängig von unrealistischen Phantom-Vorstellungen, sogenannten Freunden, Alkohol, Fernsehen, Zigaretten, anderen Drogen ..... ),

oder
beides - mal so, mal so,

 

 

 

 

oder zu

Neugierde und Fantasie,

spielerischem Entdecken,

Bewegungs- und Tatendrang,

Vertrauen in sich selbst und die Welt,
Einbeziehen der Gefühle für
die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten,
die eigenen Grenzen und die Grenzen anderer,
die eigene Verantwortung und die Wichtigkeit, mitzuwirken und für gute Verbindungen und Gleichgewicht zu sorgen,
die Freiheit und den Freiraum, in eigener Kompetenz (Zuständigkeit) zu entscheiden
und zu handeln (mit erkennbaren Grenzen),
Selbstständiger-werden (das Eigene und Vertrauen "dazu!" zu entwickeln),
Respekt - sich selbst, anderen und anderem gegenüber, ..... 
mit den Wirkungen
un-bequem, verbindlich und lebendig sein (offen, neugierig, interessiert, kreativ, bewusst, fähig Eigenes zu erfinden, zu entscheiden, zu vertreten und im Rahmen gegebenen Verhältnisse auch durchzusetzen, Fremde und engende [Glaubens-] Forderungen zu erkennen und wachsend zu verarbeiten, anteil-nehmend, mit-fühlend, mit-gestaltend, beweglich mit Herz, Hirn und Körper, fröhlich und zufrieden, ..... ) ?

Wie ist die momentane Wirklichkeit ? 
    Wir alle spüren sie!

Und wohin geht wohl die Sehnsucht? 
    Sicherlich zu "oder zu" !

Da sollte dann das gegenseitige Miteinander-umgehen immer mehr erfüllt und getragen sein von der Grund-Einstellung:

"Du darfst alles selbst entdecken, damit spielen und selbst und für dich eigen-ständig herausfinden, was du daraus machen willst und wie du es machen willst! - So, wie du es eben gerade kannst! - Du darfst also neugierig und anstrengend, eigensinnig und zielstrebig, faul und verträumt, verschmust und ängstlich sein, ..... . So, wie es eben gerade ist, ist es gut!

Wenn du es willst und brauchst, gebe ich dir meine Hand und helfe dir weiter, bis es wieder "alleine" geht.

In vielen Fällen muss ich dir auch meine Grenzen zeigen, erklären und mich durchsetzen, auch wenn das für dich dann ärgerlich und schmerzlich sein kann.

Doch du weißt und kannst auch spüren: Ich mache es niemals gegen dich (du böses Kind, so bist du verkehrt, das tut man nicht, du musst, dafür wirst du ...), auch nicht als Besserwisser (mit der Behauptung, dass ich weiß, was für dich gerade richtig und gut ist und was du deshalb denken und tun sollst).

Sondern ich mache es für mich! - Weil ich meine, dass es meine Pflicht ist, weil mir die erkennbare Gefahr zu groß ist, oder weil ich einfach Angst habe vor allem Möglichen (z.B. was die Nachbarn oder die Lehrer oder die "anderen" sagen könnten - oder ob du dann später einen Beruf finden wirst, mit dem du das für dich notwendige Geld für deinen Lebensunterhalt verdienen kannst usw.).

Ich bemühe mich, mit meinen Grenzen deine Freiheit, also deine Zuständigkeit für dich selbst, so wenig wie irgend möglich einzuschränken!

Wir wollen miteinander reden - und immer versuchen, uns einander verständlich zu machen und uns auf Lösungen zu einigen, mit denen wir beide zufrieden sind !"

Erziehen ist also eigentlich:
Miteinander leben und dafür sorgen, dass jeder das größtmögliche Maß an Freiheit und damit persönlichem Entwicklungs-Spielraum hat - und dass es dabei allen möglichst gut geht. Auch, wenn in jeder Situation und für jeden immer wieder Licht- und Schattenseiten erkennbar und spürbar werden.

Wir erziehen am intensivsten durch Sein, Handeln und Ausstrahlung.
Indem wir

- das Eigene zeigen, er-klären und verständlich machen -
  Gedanken und Gefühle, Freuden und Schmerzen, Erfolge
  und Niederlagen, Hoffnungen und Enttäuschungen,

- auch das Andere wichtig nehmen, Fragen stellen, zu
  verstehen versuchen und Stellung nehmen,

- Grenzen zeigen und achten,

- mit Geduld und Nachsicht - wenn möglich und nötig -
  Unterstützung anbieten / erbitten,
- um gemeinsame Lösungen ringen, dort wo sie wichtig
  und notwendig sind,
- auf immer mehr Freude zustreben und das schon
  Mögliche leben und genießen.

Ein Teil des Erziehungs-Raumes ist das Lernen von Schreiben, Rechnen und Zusammenhängen, also von Wissen und Fertigkeiten, die ein vorwärts-orientiertes und gemeinsames Leben erleichtern.

Doch auch hier sollte die eigene spielerische Neugierde das persönlich Reizvollste wählen dürfen - ohne Leistungsdruck und Fächerzwang.

Von entscheidender Bedeutung werden dann wohl meist drei Faktoren sein:

- Die Person des Lehrenden - mit Humor, Integrität 
  und Ausstrahlung,

- die Art der Inhalte, deren Aktualität, ihre Zukunfts-
  orientierung, ihr Gehalt an Freude und

- die Art und Weise, sie anzubieten, auf sie neugierig zu
  machen und zuzulassen und zu ermutigen, sie Schritt 
  für Schritt selbst zu erobern und zu entdecken.

Realität ist, das erleben wir täglich, dass sich andere - immer wieder und wie selbstverständlich - in das eigene Leben einmischen (z.B. Familie, Schule, Industrie, Werbung, Medien, Ärzte, ..... ). In den meisten Fällen zu "ihrem" Vorteil (Zugewinn von Macht, Geld, Einfluss) und zum eigenen Nachteil. Vielfach auch mit der Behauptung, es "besser zu wissen" oder "das Richtige zu wissen" (Besserwisserei, Rechthaberei). Zum Teil auch, weil sie es einfach "gut meinen".

Da helfen weder Trotz/Ablehnen, noch Willfährigkeit/Zustimmen - weder Schreien/Zornausbrüche, noch Schweigen/Tränen um letztlich mehr Freude ins eigene Leben zu bringen. - Ganz im Gegenteil!

Notwendig ist vielmehr ständiges und bewusstes Wahrnehmen von Personen, Situationen und Inhalten, dazu innerlich und aktuell Stellung zu beziehen und mit dem Eigenen dann teilzunehmen und mitzuwirken. Egal, ob mit Wissen, Fertigkeiten, Fantasie, Gefühl und/oder dem Willen zu Einigung und Lösungen, zu Dazu-lernen und Wachsen. Eben als "ganzer Mensch" - jetzt!

Erziehen sollte also das ‘eigener Mensch-sein’ fördern und mit entsprechenden Angeboten zum individuellen Wachstum eines jeden einzelnen beitragen.

Erziehen ist für denjenigen, der es tut, erheblich anstrengend (und gleichzeitig ungemein beglückend!), weil es ein hohes Maß an Achtsamkeit, Umsicht, Wissen, Fertigkeiten und Auseinandersetzung mit sich selbst verlangt.

Für denjenigen, der damit beschenkt wird, sollte es dagegen immer Anregung für die eigene "spielerische Neugierde" und eine beglückende (und zweifellos "auch" anstrengende) Entdeckungs-Reise sein. Für den Beschenkten bleibt so alle Anstrengung mehr oder minder ein Spiel und eine Kleinigkeit, weil er es ja für sich und zu seiner Freude "so" will ! - Selbst (-ständig) !

 

 

Erziehen  3

Schule - Lehrer - Erzieher
(In eine Form zwingen?)

 

Gemächlich schlendern wir durch die Straßen, Henriette und ich. Eben hatte ich sie von der Schule abgeholt. Henriette ist dort als Lehrerin tätig, und jetzt sind wir auf dem Weg zu einem Gasthaus, auf der anderen Seite dieses Wohngebietes, in dem es auch nachmittags noch gutes Essen mit freundlicher Bedienung gibt. Vereinzelt sind noch Schneeflecken auf der Straße, doch in der Sonne ist es schon warm und der Frühling kündigt sich an. Wir gehen vorbei an alten Gärten mit verwitterten Häusern und an Neubauten mit kleinen Handtuchgrundstücken. Es ist schön und abwechslungsreich hier. Wie von selbst bleiben wir beide vor einem großen Grundstück stehen. Der Zaun ist mit winterhartem Efeu eingewachsen, der jetzt ein dunkles, fast schwarzes Grün hat. Im Hintergrund ein kleines Haus mit großen Fenstern, ebenerdig, mit weißer Fassade. Davor eine kleine, mit roten Bruchplatten belegte Terrasse. Mitten auf der Wiese eine Schubkarre mit Werkzeugen.

Am Rande des Kieswegs, der sich hinter dem Haus verliert, steht eine hohe Leiter. Auf ihr ein Mann in mittleren Jahren. In seiner kurzen, grünen Schürze stecken mehrere Scheren. Er ist mit einem jungen Apfelbaum beschäftigt, der zwischen Weg und Grundstücksgrenze steht. Er schneidet hier einen Ast und dort einen Trieb weg. Er lässt sich Zeit, macht es sehr sorgfältig.

Beide schauen wir ihm interessiert und versunken zu. Schließlich spreizt er die Hauptäste mittels Stecken vom Stamm und bindet sie fest. Auch der Stamm wird an einem großen Pfahl gerade gebunden.

Mit einem Seufzer hakt sich Henriette bei mir ein und sagt aus tiefen Gedanken heraus:
"Ich würde mir so wünschen, dass wir irgendwann einen menschlicheren Schulunterricht gestalten könnten, der

morgens z.B. mit Sitz- oder Bewegungs-Meditation beginnt. Die Kinder lernen so, sich selbst zu beachten und zu spüren, bewusster zu werden und in die innere Ruhe zu finden. Die Gleichzeitigkeit von Spannung und Entspannung wird vertraut - und die Zuständigkeit und Verantwortung für sich selbst. Beste Voraussetzungen für einen reichen Tag!
täglich auch das Tanzen beinhaltet - und zwar alle Variationen - alleine, zu zweit und in der Gruppe. Tanzen ist ja eigentlich, sich durch die Musik dazu anregen lassen, mit der eigenen Beweglichkeit zu spielen. Das geht frei und formlos - und es braucht auch die ‘Einigung’ auf eine bestimmte Form, wenn ein ‘zu Zweit’ oder auch ein ‘Miteinander in der Gruppe’ gefunden werden soll. Tanzen in dieser Vielfalt ist für den Menschen das gleiche, wie für eine Blume auf trockenem Boden ein feuchtwarmer Regenguss. Es regt zum Wachsen und zum Mehr-werden an, denn es macht Freude, sich so wohl und beweglich zu spüren!
als eigenes Unterrichtsfach

‘Miteinander besser leben lernen’

hat (z.B. mit miteinander reden - Dialog - Konsens - Sich-einigen - eigene Wünsche und Bedürfnisse beachten und erklären - Verschieden-sein im Denken und Handeln erkennen und schätzen lernen - Worte und die verschiedenen Bedeutungen für jeden - Missverständnisse - kreative Krisenbewältigung ohne Gewalt, die dann letztlich alle Beteiligten zu Gewinnern macht - Zuständigkeit für das eigene ‘Ich will’ und die eigenen Entscheidungen - Verbindungen zu sich selbst und zu anderen - Respekt - Achtsamkeit - Sorge für eigene Freude, Wohl-fühlen und Lachen usw.).
Darüberhinaus sollten diese Inhalt mehr und mehr zum durchgängigen Inhalt und Anliegen in allen Fächern und im ganzen Schulbetrieb werden - zwischen Schülern und Schülern - zwischen Lehrern und Schülern - und selbstverständlich auch zwischen Lehrern und Lehrern.
die bisherige Wissensvermittlung auf das wirklich Notwendige beschränkt und dieses dann in lebendiger, ‘erfahrbarer’ und ganzheitlicher Art (in Verbindungen zwischen Verstand ‘und’ Gefühl, Geist ‘und’ Körper) angeboten wird. Möglichst spielerisch, mit praktischem Tun und Anwenden, mit Erfahrbarmachen des Lernstoffes durch Exkursionen, in handwerklicher Form, in Form von Theaterspielen (z.B. geschichtliches Leben in Einzelheiten wie Instrumenten, Musik, Kleidung, Essen, Wohnen, Arbeiten usw. erforschen und nachgestalten), durch Erfinden von Neuem und damit Verknüpfen der Theorie mit kreativer Anwendung usw.

So käme Erziehen dem näher, was es eigentlich sein kann und sein muss:

  • Basis- bzw. Grundfertigkeiten zu vermitteln (lesen, schreiben usw.),

  • die ganz persönlichen Talente, Fähigkeiten und Neigungen eines jeden zu wecken und zu fördern und
  • gegenseitigen Respekt und die Fähigkeit zu ‘menschlicher’ Gemeinschaft zu entwickeln.

Erziehen muss die behutsame Hilfe anbieten, Vertrauen in sich selbst, die Mit-Menschen und die Welt zu gewinnen und notwendige Fertigkeiten der Verbindung (mit Außen, der Familie, den Freunden, der realen Arbeitswelt usw.) zu erlernen. Nach eigener Entscheidung, also in eigener Zuständigkeit und in eigener Verantwortung.

Das heißt, die Schule muss attraktiver werden - und sie muss Spaß machen. - Eine Schule, die keinen Spaß macht, ist eine spaßig Schule!

Dann wird sie von offenen, interessierten, vielfältigen, kreativen und unbequemen - aber auch freundlichen, fröhlichen und zuversichtlichen Menschen bevölkert sein.

Ja, das ist meine Vision - das ist mein Herzenswunsch für eine gute Zukunft unserer Kinder!

So werden sie zu bewussten Menschen. Und nur bewusste Menschen können die heute vorhandene Flut an Angeboten und Informationen zum eigenen und damit auch zum gemeinsamen Wohl bedacht auswählen und nutzen. Nur bewusst können sie sich selbst entscheiden für Bewegung und Ruhe, für Power und Stille - und das ihnen jeweils entsprechende Maß finden. Weil sie dann gelernt haben, ihr Tun mit dem Spüren zu begleiten und damit fortlaufend zu überprüfen, ob ihnen das, was sie da machen auch wirklich gut tut. Weil sie gelernt haben, sich zum eigenen Nutzen weiter zu entwickeln, also praktisch ständig dazu zu lernen und sich selbst zu verändern.

Selbstverständlich bei weitem nicht nur neues Wissen. Das zwar auch, aber insbesondere auch eigene Fähigkeiten, Neigungen und Talente - und damit letztlich eigenes Lebens-Glück.

Wer für die eigene Freude und das eigene Lachen von Herzen sorgt und dabei die gute Verbindung auch mit den anderen fördert, ist eine Freude und eine Bereicherung für sich selbst, seinen Partner, seine Mit-Menschen und seine Umgebung! - Er trägt dazu bei, dass die Welt freundlicher, fröhlicher und heller wird!"


Sie schaut mich plötzlich groß und mit leuchtenden Augen an - und ich merke, dass sie mich nun wieder sieht. Vorher war sie ganz versunken in ihrer Vision, von der sie mir erzählt hatte.

Sie schaut wieder in den Garten, erblickt den immer noch tätigen Gärtner, schaut mich wieder an und sagt dann: 
"Entschuldige bitte, ich habe mir jetzt gerade das von der Seele geredet, was mich schon so lange bewegt. - War es zu viel? - Konntest du mir einigermaßen folgen? - Oder ist die ‘Fachfrau’ jetzt mit mir durchgegangen?"

....  Fortsetzung ist in Vorbereitung!

 

 

Erziehen  4

und Um-erziehen

 

"Vorhin hörte ich in den Nachrichten," erzählte Robert, "von einem Film-Regisseur aus Vietnam, dessen Vater Pazifist war und deshalb erschossen worden ist. Sein damals 10jähriger Sohn wurde in ein Umerziehungs-Lager gesteckt. Das jagte mir momentan Schrecken und Abscheu ein. ‘Um-erziehung’: Einen Menschen gegen seinen eigenen Willen in eine bestimmte (hier von einem Regime erwünschte) Richtung des Denkens erziehen (programmieren), so dass er dann so handelt (funktioniert), wie man das von ihm erwartet. - Schrecklich!

Doch ist 'Erziehung', wie wir sie üblicherweise verstehen und praktizieren, im Prinzip nicht das Gleiche, nur mit dem Unterschied, dass jetzt von gewählten Regierungen bestimmt wird, was und wie zu lernen ist und das dann legal in öffentlichen Schulen vollzogen wird. Das dann auch noch mit der Begleitung von Schulzwang (Schulpflicht)?"

Ich wandte ein: "Möchtest du damit sagen, wir sollten die Schulen abschaffen, weil sie staatlich gesteuerte Gehirnwäschestätten sind"

"Aber natürlich ‘nein’!", antwortete Robert lachend. "Was mir auffällt ist nur, dass, gleichgültig ob Erziehung oder Um-Erziehung, ähnliche Ziele dahinter stehen: Nämlich den einzelnen Menschen in solcher Weise zum Funktionieren zu veranlassen, wie das gerade von denjenigen, die die Ziele vorgeben bzw. die die Macht gerade in Händen haben, gewünscht wird.

Was ich mir wünschen würde, ist ‘Schule als ungemein wichtige Stätte der Erziehung’, jedoch nun mit dem Ziel, mit den dort angebotenen Inhalten den einzelnen Menschen mit seinen ganz persönlichen Fähigkeiten, Neigungen und Anlagen und das menschliche Miteinander zu fördern! - Schule als Entwicklungsort, die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen zu erweitern und damit immer  bessere Verbindungen jedes Einzelnen zu sich selbst und zur Gemeinschaft zu ermöglichen.

Jetzt wechselt der Inhalt ‘Erziehen’ von bisher Fremd-bestimmen ('Ich, die Schule, das Umerziehungslager, weiß was gut und richtig ist für dich!') in Fördern von bewusster Selbstbestimmung und - ganz natürlich damit verbunden - Eigen-Verantwortung.

Die Aufgabe der Schule wäre nun: interessieren und begeistern (so, dass Lernen als 'darf' empfunden und 'mit Freude' gemacht wird), probieren und einüben - und dann auch anregen und anleiten zum Überprüfen und Integrieren ('Wie ist das nun? Wie spürst ich das? Was genau macht mein Leben reicher? Was willst ich jetzt in meinen Alltag mitnehmen? usw.'). Also das bewusste Aufnehmen von neuen Inhalten, nicht weil die Schule, ein Staat oder eine Gesellschaft es will, sondern weil ich es für mich ( der einzelne es für sich) ‘so’ will.

Das bringt Lebendigkeit in die Schule. Es bedeutet auch Konflikte austragen, auch Grenzen setzen usw., eben miteinander leben lernen, so dass jeder seinen Platz findet und auch seine eigene Wichtigkeit erkennt und es gleichzeitig auch für alle anderen so gut ist."

"Das ist aber schwer!"

"Natürlich ist es so eine bedeutend schwierigere Aufgabe, als der heutige Frontalunterricht mit Massenabfertigung. - Doch was wollen wir in der Zukunft? Weiterhin immer reicher, unglücklich und damit auch kränker werdende Menschen, denen wir eine bessere Medizin, bessere Ärzte und Therapeuten an die Seite stellen - oder menschlichere Menschen, die fähig sind zu spüren und zu beachten, was ‘ihnen’ jeweils gut tut und was ‘für sie’ gerade richtig ist - und dabei freundlich und fröhlich am Ganzen teilnehmen und es gemäß ihren Fähigkeiten und Zielen mitgestalten?"

"Erziehen - und Um-erziehen! - Ein Zusammenhang, den ich so bisher noch gar nicht gesehen habe. - Eine Herausforderung, Bestehendes weiter- und fortzuentwickeln, in Richtung ‘der Mensch' steht im Mittelpunkt - jeder einzelne! "

 

 

Wir können unsere Kinder noch so gut erziehen - 
sie machen uns doch alles nach.  
    unbekannt

Anmerkung:  Wie einfach da plötzlich Erziehung wird - sie verwandelt sich in BEZIEHUNG.             nach Isabell Peters (GfK)  

 

siehe auch:    Newsletter Nr.01 (Grenzen) 

                     MOSAIK / Erziehen         MOSAIK / Familie (1) - SchwiegerMutter    MOSAIK / Kinder 

  

Texte unter "E" E-Fundgrube Ehe Einigen Einladen
Elefetterling Energie Entscheiden Erleuchtung Ermutigung
Ernst Erwarten Erweitern Erzählen Erziehen

 

verstreute "E"-Texte Ehrlichkeit -> Zit.35 Eindrücke -> T-Fugr. Einlassen -> Zit.34
Einseitig -> J-Fugr. Enttäuschu.-> Q-Fugr. Entwickeln -> L-Fugr. Erfahrungen1 -> E-Fugr.
Erfahrungen2 -> Z-Fugr. Erfolg -> Enttäuschung Erinnern -> Zit.23 Erkenntnis -> Zit.50 
Es schaffen -> W-Fugr.      
 

  Stand:   siehe Home              [ Inhalte ]         Zurück ] Home ] Weiter ]

 
|----->
  Zu den Fundgruben (= jeweils erste Seite unter den Buchstaben)

Start     AA     BB     CC     DD     EE     FF     GG     HH     III     JJ     KK     LL     MM     NN     OO
PP     QQ     RR     SS     TT      UU     VV     WW     X/Y     ZZ 


|----->  Zu den  Stichwortverzeichnissen

AA   BB   CC   DD   EE   FF   GG   HH   I-J   KK   LL   MM   N-O   P-Q   RR  
  SS   TT   UU   VV   WW   X-Z  
  

© Copyright:  Gerhard Salger 
Email:  g_salger[ät]alltagalschance.de    Internet:  http://www.abcgs.de/ 
(So kann die Email-Adresse im Internet nicht mehr automatisch ausgelesen werden.)

Besucher:
 
Counter