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Beschuldigen
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Beschuldigen  2

oder bewundern?
Wie ist die eigene Wirklichkeit?

 

Herbert kam verspätet zu unserer Gesprächsrunde. Wir hatten bereits rote Köpfe und waren dabei, uns gegenseitig all das zu erzählen, was jeder ganz allgemein nicht gut fand und was ärgerlich war.

"Das ist ja unmenschlich! Was die planen, das kann ja kein Mensch mehr leisten! - Die ist ganz schön dumm, weil sie mit diesem Kerl geht! - Der hat verstaubte Ansichten, weil er sich so altmodisch anzieht! - usw. - usw."

Die Stimmung wurde allmählich immer angespannter und frostiger.

Herbert hörte sich das eine Weile an und mischte sich dann ein:
"Das baut richtig auf, wenn man euch so zuhört! 
Ich war unlängst in einem Seminar, in dem es darum ging, besser und respektvoller miteinander umgehen zu lernen. Da habe ich erst gemerkt, wie oft wir aneinander vorbei reden, ohne uns zu verstehen - und meist auch noch, ohne es zu merken. Besonders interessant wird es, wenn es Zunder gibt.

Der Seminarleiter hat behauptet:

‘Du siehst im anderen das, was mit dir selbst auch etwas zu tun hat!’

Das fand ich zunächst mal ganz schön überheblich. Dann haben wir das aber besprochen und herausgefunden, dass da doch etwas dran sein muss:

Wenn ich mich über einen anderen freue, weil der etwas macht, was ich auch mache oder auch schön finde, dann sage ich unwillkürlich:

‘Der ist toll! - Die tut mir gut! - Der macht das prima! - usw.’

Ich überlege nicht lange und es fällt mir meist nicht besonders auf, dass ich ja in diesem Punkt ähnlich denke oder handle oder dass mich eine ähnliche Sehnsucht bewegt. Ich spüre meine in der gleichen Richtung vorhandene innere Resonanz - und interpretiere sie als Freude ‘über den anderen’.

Wenn ich mich über einen anderen ärgere, weil der etwas macht, was ich nicht  mag, was mich also stört, dann kommt meist ganz automatisch:

‘Die ist gemein! - Der ist unausstehlich! - Das ist widerlich und blöd! - usw.!’

Wieder spüre ich die vorhandene innere Resonanz - und interpretiere sie als Ablehnung und Ärger ‘über den anderen’.

Schon das gibt zu denken.

 

Doch dann haben wir ein Spiel gemacht. Sehr interessant!
Das könnten wir jetzt gemeinsam wiederholen, wenn Ihr Lust dazu habt?"

Allgemeines Kopfnicken - und Barbara brachte es dann - noch etwas skeptisch - auf den Punkt: "Na, da bin ich aber neugierig! Aber wir haben uns heute ja noch auf kein Thema festgelegt. Vielleicht tut sich da für uns alle eine neue Richtung auf? Also mal los!"

Herbert fuhr fort:

"Wer mitmachen will, holt sich ein möglichst großes Blatt Papier und Schreibzeug.

Nimm das Blatt und teile es in der Mitte mit einem senkrechten Strich.

Vergegenwärtige dir die Personen oder Situationen, mit denen du in letzter Zeit immer wieder Schwierigkeiten und Ärger hattest.

Schreibe nun in die linke Spalte eine Person (Situation) als Überschrift und darunter deine Beschimpfungen, Beschuldigungen, Behauptungen und Erwartungen, die du ihr gesagt hast oder gerne sagen würdest (zum Beispiel: Du gehst mir auf den Geist, weil du ständig forderst und Erwartungen hast! - Der ist gemein, weil er mir nie zuhört und außerdem von sich selbst nichts rauslässt! - Du bist Schuld, weil ...........! - Ich kann doch von dir erwarten, dass ........., weil ......... ! - Du musst eben ........... , wenn ................. ! usw. - usw.).

Dann fahre fort mit der nächsten Person (Situation), über die du dich ärgerst oder aufregst und mache es genau so.

Fahre so fort, bis du die wesentlichen Ärger-Personen und -Situationen aufgeschrieben hast - dazu deine Ärger-Äußerungen und -Gedanken.

Wenn du fertig bist, lege das Blatt zunächst beiseite, stehe auf und bewege dich. Schüttle ganz bewusst all deine eben aus der Vergangenheit wieder aufgewärmten Ärger-Erinnerungen ab.
Tue bewusst etwas für dich, was dir gut tut und dir wieder zu einer besseren Stimmung verhilft.

STOPP! Bitte erst weiterlesen, 
                         wenn das Bisherige getan ist!

Dann nimm das Blatt wieder zur Hand und ergänze die freie, rechte Spalte, indem du die Beschuldigungen von links in die entsprechende ‘Ich-Form’ überträgst und aufschreibst (zum Beispiel: Ich gehe mir auf den Geist, weil ich ständig fordere und Erwartungen habe. Ich bin gemein, weil ich nie zuhöre und außerdem von mir selbst nichts rauslasse. - Ich bin Schuld, weil ...........! - Ich kann doch von mir erwarten, dass ........., weil ......... ! - Ich muss eben ........... , wenn ................. ! - usw. - usw.).

Vergleiche nun langsam jeden Eintrag der linken und der zugehörigen rechten Spalte.
Beachte dabei besonders deine Gefühle und deine Innere Stimme!

Es kann sein, dass der eine oder andere Eintrag dir selbst Informationen über dich anbietet und dir damit weiterhilft.

Es ist ungemein wichtig, herauszufinden und zu beachten:

‘Wie mache ich es denn gerade? - Und wie fühle ich mich dabei?’

Von da aus lässt sich dann - wenn gewollt und wenn es einem das wert ist - selbst etwas in die mehr gewünschte Richtung verändern (zum Beispiel in kleinen Schritten für mehr eigene Freude, Wohl-fühlen und Leichtigkeit zu sorgen - alleine, zusammen mit dem Partner und mit anderen).

Ziehe nun  für dich  deine eigenen  Schlüsse."

Es kamen ganz schön lange Listen zustande und jeder war sichtlich beeindruckt über den Spiegel, den ihm die rechte Spalte da anbot.

So hat Herbert mit seinem Zu-spät-kommen, seinem kritischen Zuhören und dann seinem Erzählen, unserem aktuellen Beisammensein das Thema und uns allen viele neue Anregungen gebracht.

Nach dem Aufschreiben und Vergleichen war keine Zeit mehr, uns zu den gewonnen persönlichen Eindrücken auszutauschen. Aber das war ganz gut. So blieb Zeit, die gewonnenen Erkenntnisse bis zum nächsten Treffen einwirken zu lassen, weiter zu beobachten und sie so noch genauer zu klären.

Ich fand das alles ungemein spannend!
Ich denke, dass dieser Spaltenvergleich auch ein wertvolles Spiel für sich nahe stehende Menschen (Partner) sein kann, die mehr über sich selbst erfahren und ehrlicher und bewusster miteinander umgehen lernen wollen.
 

 

Thema der Woche ab 10.04.08    "Du siehst im anderen das, was mit dir selbst auch etwas zu tun hat!"  -  Ein interessanter Ausspruch, der zunächst natürlich mal zum Widerspruch reizt - und dann dazu, das Thema wegzuschieben.  -  Aber - könnte da vielleicht doch etwas dran sein? 

NL Nr.15 v. 05.02.02 / Nachtrag: Es ist entsetzlich Alltägliches, was da auf Sie zukommt. Wie häufig entsteht doch das Gefühl, die anderen oder die Situation seien die "Täter" - und selbst sei man gerade "Opfer" - und könne gar nichts dafür. Die anderen könnten doch so sein oder sich verhalten, wie man das selbst gerade für richtig hielte. - Und was passiert dann häufig? Sich ärgerlich fühlen und auf den anderen in böser oder spitziger Weise losgehen (oder sich beleidigt in sich verkriechen). Kennen Sie das auch? // Vielleicht stecken da in dem Text "Beschuldigen" ein paar faustdicke Anregungen? Man möchte es manchmal gar nicht für möglich halten, was es noch für Tricks gibt, um es sich - selbst und zusammen mit anderen - besser gehen zu lassen. ;-)))

Newsletter Nr.152 vom 23.10.13  Diese Situation, diese Behandlung - tut mir weh! (Du hast Schuld!) -    Nein: Sie trifft mich an einer Stelle, die mir weh tut und auch Angst macht. //  Du - tust mir weh! Du - hast mir weh getan! (Du hast Schuld!) -    Nein: Du berührst mich durch dein Reden, dein Verhalten, deine Sichtweisen, Sehnsüchte, Wünsche usw., eben durch deine Art, an einer Stelle, die mir weh tut - und ich spüre da auch meine Angst. //  Weder du, noch die Verhältnisse können etwas dafür, dass ich gerade an dieser Stelle eine dünne Haut habe! - Ja, ich spüre Schmerz, auch Angst, eben mein Schwach- und Verletzlich-sein!  //  Wer kennt das nicht? Aber man kann auch anders - und besser für alle - damit umgehen.
  ***Schönheit  =  Authentizität und Entspannung, also Verbindung von Außen und Innen - mit einem gelassenen Jetzt.*** 

 siehe auch:   Spiegel  

                    MOSAIK / Interpretationen    MOSAIK / Schuld 

 

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